50 Cent Infektionszulage für Reinigungskräfte

Obwohl so wichtig

Reinigungskräfte werden in der aktuellen Krise dringend gebraucht. Der Marktführer in der Putzbranche, ISS Facility, bietet nun Jobs mit 50 Cent Infektionszulage an. Das, obwohl ISS wohl als Gewinner aus dieser Krise hervorgehen wird.

Wien, 19. März 2020 / ISS Facility Services zählt zu den größten Reinigungs- und Putzunternehmen Österreichs. Diese Branche ist eine der wenigen, die gerade viel Arbeit hat. ISS sucht nach Arbeitskräften. Nachdem es diese Woche schon 50.000 Neuanmeldungen beim AMS gab, werden wohl viele Menschen bei ISS anheuern, denn sie brauchen das Geld.

Reinigungskräfte zentrale Kraft im Kampf gegen Virus

Die Gesellschaft braucht die Reinigungskräfte. Sie sind während der Seuche genauso wichtig wie das medizinische Personal. Nur mit strengen Hygienemaßnahmen wird das Virus eingedämmt werden können. Die aktuelle Stellenausschreibung von ISS zeigt aber, dass diese Menschen von der Gesellschaft nicht genügend wertgeschätzt werden.

ISS zahlt den typischen, branchenüblichen Stundenlohn. Plus: 50 Cent sogenannte „Infektionszulage“ für die Arbeit in Seuchenzeiten. Einsatzort ist das Krankenhaus. Wie das Reinigungspersonal geschützt wird, wenn selbst beim medizinischen Personal die Schutzausrüstung fehlt, ist fraglich. Der Stundenlohn beträgt 9,33 Euro – brutto versteht sich. Pikant: In der Facebook-Stellenausschreibung wurde nicht erwähnt, ob der Stundensatz von 9,33 als brutto oder netto gilt.

Sollte Staat einspringen?

Damit kommen die Krisen-Reinigungshelfer auf nicht einmal 10 Euro brutto pro Stunde. Der Staat hält sich zurück, eine staatliche Aufwertung der Arbeitsleistung wird nicht diskutiert. In der gegenwärtigen Zeit läge es vor allem am Staat, diese Jobs aufzuwerten oder die Reinigungskräfte vielleicht sogar direkt einzustellen – mit einer ausreichenden Bezahlung.

Aber auch das Unternehmen selbst sollte unter die Lupe genommen werden. Im Jahr 2018 machte ISS 283 Millionen Euro Umsatz, alleine in Österreich. In den nächsten Jahren wolle man den Umsatz auf 400 Millionen Euro steigern, sagte ISS-CEO Erich Steinreiber einem Wirtschaftsmagazin Ende 2019. Es wäre also gut möglich, dass auch private Konzern-Gewinne reduziert werden könnten, um den neuen Mitarbeitern in der Krise mehr zahlen zu können. Damals war noch angedacht, knapp 2.000 Stellen abzubauen.

Ende 2019 gab Steinreiber bekannt, dass man sich auf Großkunden konzentrieren möchte, auch aus dem Gesundheitswesen. Das kam nun schneller als erwartet. Der österreichische Branchenführer könnte während der Krise seinen Umsatz erhöhen können. Für die neuen Mitarbeiter, die sich der Seuche stellen gibt es 50 Cent zusätzlich.

(ot)

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Titelbild: APA Picturedesk

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