Dienstag, Februar 7, 2023
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Die „biologische Bombe“ – Champions-League-Partie als Virenschleuder?

Champions-League-Partie als Virenschleuder?

Die Champions-League-Achtelfinalpartie Atalanta Bergamo gegen Valencia CF (4:1) hätte der größte Erfolg des norditalischen Vereins sein sollen. In Italien wird jedoch nun heftig diskutiert, ob die Partie mit 44.000 Zusehern als Virenschleuder diente. Kurz darauf wurden 35 Prozent aus dem Umfeld der Valencia-Mannschaft positiv getestet. Bergamos Bürgermeister fand drastische Worte.

Wien, 26. März 2020/ Das Achtelfinalhinspiel der Königsklasse zwischen dem italienischen Verein Atalanta Bergamo und FC Valencia am 19. Februar wurde im Mailänder San-Siro-Stadion ausgetragen. Zum damaligen Zeitpunkt war noch relativ wenig über den Ausbruch des Coronavirus in der Lombardei bekannt. Einen Monat später zählt die Lombardei zu den am stärksten betroffenen Regionen der Welt.

“Biologische Bombe”

Der Bürgermeister der Stadt Bergamo, Giorgio Gori, bezeichnet nun die Champions-League-Partie als eine „biologische Bombe“, die die Ausbreitung in der Lombardei durch die zahlreichen Fußballanhänger beschleunigt haben soll. Neben den 44.000 Zusehern im Stadion haben sich auch viele Fans in Lokalen und Wohnungen getroffen, um die Partie zu verfolgen. Besonders der Umstand, dass die Partie nicht im heimischen Bergamo, sondern im nahegelegenen Mailand stattfand, sorgte für weiteren Kontaktmöglichkeiten, durch die Anreise mit Bussen und Zügen. So konnte es laut Gori zu zahlreichen Infizierten in der Region kommen. Ob dieses Spiel nun tatsächlich als Katalysator diente, darüber streiten nun die medizinischen Experten.

Experten uneins

„Die Epidemie ist in Bergamo genau zwei Wochen nach diesem Spiel explodiert”, sagte Francesco Le Foche, Leiter der Abteilung für Infektiologie der römischen Poliklinik “Umberto I“. Eine Sprecherin der Zivilschutzbehörde meint: “Wir haben keine Zahlen, die einen Anstieg der Infektionen in der Provinz Bergamo auf dieses Spiel zurückführen lassen.”

Das darauffolgende Rückspiel zwischen Valencia und Atalanta fand in Spanien ohne Zuseher statt. Sechs Tage später wurden zahlreiche Coronafälle in der Kampfmannschaft Valencias sowie in deren Umfeld bekannt. Atalanta gewann das Rückspiel 4:3 und stieg ins Viertelfinale auf. Die Champions-League-Saison wurde jedoch mittlerweile aufgeschoben. Experten gehen davon aus, dass diese Saison keine Partie mehr gespielt wird.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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