AK Tirol berichtet von dramatischen Notrufen

Arbeitnehmer in Quarantänezone vor die Tür gesetzt

Der Präsident der Arbeiterkammer Tirol berichtet von katastrophalen Zuständen in den Quarantänezonen Tirols für Arbeitnehmer. Verzweifelte Mitarbeiter wandten sich demnach an die AK Tirol und erzählten ihr von menschenverachtenden Zuständen. Die nimmt nun die Bürgermeister in die Pflicht.

Wien, 27. März 2020 /

“Unversorgt, obdachlos. Es sind dramatische Notrufe, die die AK Tirol aus den Tiroler Tourismus-Zonen über unterschiedliche Kanäle erreichen.”

Der Präsident der Tiroler Arbeiterkammer, Erwin Zangerl, machte am Freitag mit einem Facebook-Posting auf die dramatische Situation in der Quarantänezone Tirol aufmerksam. Zahlreiche Mitarbeiter in Tiroler Gemeinden haben sich an die Arbeiterkammer Tirols gewandt und von „menschenverachtenden Zuständen“ berichtet. Demnach haben mehrere Hoteliers von ihren Mitarbeitern verlangt, vorzeitige Kündigungen zu unterschreiben, ansonsten würden sie auf die Straße gesetzt werden. Saisonkräfte erhalten üblicherweise eine Unterkunft als Teil ihrer Entlohnung. Endet das Dienstverhältnis, stehe die Saisonarbeiter auch ohne Dach über dem Kopf da. Normalerweise fahren sie dann nach Hause. Aufgrund der Quarantänemaßnahmen können die Arbeiter jedoch nicht das Gebiet verlassen.

Laut Zangerl haben sich auch Arbeitnehmer an ihn gewandt, die zwar eine Kündigung unterschrieben haben, jedoch nun ohne Essen da stehen. Andere können nur noch befristet in ihren Unterkünften bleiben und stehen dann bis zum Ende der Quarantäne-Maßnahmen auf der Straße. Saisonniers können – wie alle befristet Angestellten – übrigens vom Dienstgeber nicht gekündigt werden.

Fürsorgepflicht der Bürgermeister

Zangerl ersucht die Bürgermeister der Gemeinden ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen, „auch dann, wenn die Menschen nur temporär in der Gemeinde leben.“ Zangerl sagt, die Arbeiterkammer könne die Vorwürfe wegen der Sperren derzeit nicht überprüfen.

(bf)

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Titelbild: APA Picturedesk

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