Deutsche Bauernlobby droht mit Versorgungs-engpässen

Die deutsche Lobbyorganisation „Land schafft Verbindung“ der deutschen Bauern droht angesichts der Coronakrise die Lebensmittelproduktion zu reduzieren. Die Lobby fordert von der EU eine Verschiebung der Düngemittelverordnung.

Wien, 27. März 2020/ Die deutsche Organisation „Land schafft Verbindung“ (LsV) wandte sich in einem offenen Brief an die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. In diesem fordert LsV von der EU die novellierte Düngemittelverordnung auszusetzen. Seit 1991 sind die Nitratwerte in deutschem Grundwasser für die EU zu hoch. Durch die Massentierhaltung gelangt regelmäßig zu viel Gülle auf den Acker und damit in das Grundwasser. Die EU will die Menge an Dünger beschränken, ansonsten drohen Strafzahlungen.

Für LsV ist dies eine Bedrohung für die Landwirte. Im offenen Brief wurden deswegen drastische Worte gewählt, um eine Aussetzung der Verordnung zu veranlassen. Demnach könne eine negative Entscheidung am heutigen Freitag im deutschen Bundestag „…den deutschen Bauern jegliche Motivation …“ nehmen. Bauern müssten ihre Produktion womöglich einstellen müssen. Versorgungsengpässe würden so indirekt angedeutet werden. In Zeiten der Coronakrise ein heikles Unterfangen.

Keine Drohung – Einfach eine Feststellung

Weiters heißt es: „Wir haben immer mal wieder Stimmen, die nach einem Lieferstopp oder nach einer Lagerblockade schreien – bisher konnten wir die immer noch relativ erfolgreich einfangen, dass die die Füße stillhalten. Wie das dann allerdings aussehen wird, sollte das dann am Freitag beschlossen werden, wage ich nicht zu prognostizieren. Ob wir dann unsere Kollegen noch ruhig halten können, das weiß ich nicht. Das sollte keine Drohung sein oder keine Ankündigung – das ist einfach nur eine Feststellung, wie die Stimmung so ist.“

Bauernverband und Arbeitsgemeinschaft gegen Boykott

Der Deutsche Bauernverband ist mit der Düngemittelverordnung zwar ebenfalls nicht glücklich, distanziert sich jedoch entschieden von einem Produktionsstopp. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, AbL findet ebenfalls nichts an einem Boykott aufgrund der anhaltenden Coronakrise.

Empfindliche Strafzahlungen

Die Strafzahlungen für Deutschland sind empfindlich. Der Bundesrepublik drohen bis zu 850.000 Euro Strafe pro Tag aufgrund der Überschreitung der Nitratrichtlinien. Andere EU- Staaten halten sich im Gegensatz zu Deutschland an die Richtlinien.

(bf)

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Titelbild: APA Picturedesk

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