Kickl kommentiert

Vergnügt trotz Corona

 Ja, die Quarantäne, egal mit K oder KW gesprochen, kann hart sein. Sie birgt aber auch Potential.

Wien, 28. März 2020 / Gefesselt an die eigenen vier Wände, kann man auch aus Corona das Maximum herausholen. Hier ein paar akronymische Vorschläge:

C wie Chor

Egal, ob im Familienverbund oder alleine: man kann die Zeit zur  stimmlichen Fortbildung nutzen. Diverse APPs verwandeln das Handy in einen gnädigen Chorleiter. Es entwickelt sich dabei auch ein gewisser Respekt vor jenen professionell Trällernden, deren Liedgut möglicherweise zu Beginn des Unterfangens in „die Kreide ist auf der Tafel abgerutscht“-Geräusche verwandelt wird.

O wie Ordnung

Ordnung ist für manche das halbe Leben, während das Genie schon immer das Chaos beherrschte. Um sich in der Mitte zu treffen, eignet sich das Sortieren der Klopapiervorräte. Ob nach Farbe oder Weichheitsgrad, das Sortieren und Ordnen von Klopapier kann nie falsch sein.

R wie Raumaufteilung

Die Kinder wollten immer schon Zimmer tauschen? Das Esszimmer wäre schon immer das bessere Wohnzimmer gewesen? Wann, wenn nicht jetzt, ist Zeit für eine Umgestaltung der Behausung?!

O wie Oman

Wenn man schon die Oma nicht besuchen darf, so ist die geographische Weiterbildung jedenfalls kein Fehler. Das Auffinden diverser Länder am Globus inklusive Nennung der Hauptstädte wird für die Reiseplanung in der Post-Corona-Zeit nützlich sein. Hardcore-Fans können zusätzlich die Namen der 50 US-Bundesstaaten auswendig lernen und diese dann alphabetisch in umgekehrter Reihenfolge zum Besten geben.

N wie Nachtausflug

Eine Erkundungstour durch die Wohnung bei Nacht mit Taschenlampe kann einen völlig neuen Eindruck der Behausung geben. Ein heiteres Liedchen, wie zum Beispiel „Sagen Sie mal Herr Nachbar, ist das hier nicht die Nachtbar, wo ich die ganze Nacht war“, sorgt für zusätzliche Stimmung.

A wie Allesfresser

Die seltenen Ausflüge in den Supermarkt können spannender gestaltet werden, wenn Essbares, das bisher noch nie mit durfte, den Weg ins Einkaufswagerl findet. Ob eine unbekannte Frucht, verschmähtes Gemüse oder gar ein veganer Brotaufstrich – jetzt ist die Zeit, seinen Gaumen mit neuen Erfahrungen zu erfreuen. Zusätzlich kann man mit kreativ gestalteten Blindverkostungen für Abwechslung im faden Quarantäne-Alltag sorgen.

Kommen Sie gut, vergnügt und vor allem gesund durch die weiteren Wochen!

Daniela Kickl

Der Kommentar gibt nicht die Meinung der Redaktion, sondern ausschließlich der Autorin wieder.

Mehr von der Autorin auf: https://danielakickl.com/

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Titelbild: APA Picturedesk

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