Was machte Kurz im Innsbrucker Corona-Hotel?

Er traf Adlerrunde

Neues, brisantes Detail rund um den Tiroler Virus-Skandal: Nur wenige Tage vor dem ersten Corona-Fall in Tirol traf Kanzler Kurz die mächtige Adlerrunde. Der Vizepräsident der „Adler“ ist mittlerweile medizinischer Berater im Corona-Krisenstab, auf Seilbahnchefs und Politiker kommt aber juristisches Ungemach zu.

Wien/Innsbruck, 30. März 2020 / Als das „Grand Hotel Innsbruck“ vor über einem Monat polizeilich abgeriegelt wurde, hatte Corona Österreich erreicht. Der erste Fall in Österreich wurde mit massivem Polizeiaufgebot inszeniert. Und: Gerade dieses Hotel besuchte der Kanzler nur wenige Tage vor dem Corona-Alarm.

Brisantes Treffen

ZackZack fragte damals nach und wollte wissen, was der Kanzler dort gemacht hatte, denn es war kein offizieller Termin. Aber sowohl das Kanzleramt, als auch das “Grand Hotel” schwiegen. Nun lüftet „Der Standard“ das Geheimnis: Der Kurz-Besuch bekommt noch mehr Brisanz. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit traf der Kanzler die „Tiroler Adlerrunde“.

Sie hat bekanntlich einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Kurz. Großspenden flossen vor allem im Wahlkampf 2017 von den „Adlern“ zum ÖVP-Chef. Und die Gruppe richtete dem Kanzler wirtschaftliche Wünsche aus, die er sofort umsetzte, wie etwa die 60-Stunden-Woche.

Rendez-Vous mit Adlerrunde

Im „Grand Hotel Europe“ traf Kurz, begleitet von Margarete Schramböck, wohl auch auf Alois Schranz, Vizepräsident der Adlerrunde und nun medizinischer Berater des Tiroler Krisenstabs. Möglicherweise traf er auch auf Ischgler Hoteliers, wie die von Thannens oder Seilbahnhkaiser Jakob Falkner aus Sölden und Hannes Parth aus Ischgl. Sie alle sind Mitglieder der Adlerrunde.

Was wurde besprochen? Das weiß die Öffentlichkeit bisher nicht. Sprach man über das Risiko Skitourismus in Zeiten von Corona? Oder erklärten die Adler dem Kanzler, dass der Skibetrieb weiterzugehen hat, auch wenn Corona Österreich erreicht?

Tage später wurde der Corona-Fall im “Grand Hotel” riesig inszeniert. Es schien, als wolle der Innenminister mittels Staatsgewalt den Virus wortwörtlich “erschießen”. Danach folgten Schulsperren in Wien, aber nach wenigen Tagen wurde es ruhig um das Virus. Kanzler und Innenminister kümmerten sich um die Festung Europa, die Flüchtlingskrise in Griechenland war wichtiger als die Corona-Krise im eigenen Land.

Kolba arbeitet an Klage

Denn, wie man mittlerweile weiß, war diese schon damals akut in Österreich. Bereits am 5. März erklärte Island Tirol zum Risikogebiet. Erst über 10 Tage später wurden die Schulen in Österreich geschlossen und Tirol unter Quarantäne gestellt. Am 15. März tuckerten die Seilbahnen noch auf die Tiroler Berge, gefüllt mit Skifahrern.

All das wird für Tirol und eventuell auch für die Tiroler Adlerrunde ein Nachspiel haben. Aktuell wird eine Sammelklage vom Verbraucherschützer Peter Kolba vorbereitet. Er hatte letzte Woche Landeschef Günther Platter, Landesräte, Bürgermeister und Seilbahngesellschaften bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Mittlerweile sollen sich Hunderte Geschädigte bei Kolba gemeldet haben.

(ot)

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Titelbild: APA Picturedesk

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