KTM-Pierer: Nun doch keine Dividende

SPÖ und AK kritisierten

Der Chef des Motorradherstellers Pierer Mobility, ehemals KTM Industries, Stefan Pierer, rudert nun zurück. Pierer verteidigte am Mittwochmorgen noch seine Entscheidung, die Millionen-Dividende von 2019 auszuzahlen, darunter auch die 4 Millionen an die Pierer Industrie AG. Am Mittwochnachmittag kam nun die Kehrtwende: Die Dividende 2019 wird nicht ausbezahlt.

Wien, 02. April 2020/ Pierer geriet massiv in die Kritik, nachdem das Unternehmen am Montag an seinem Dividendenvorschlag festgehalten hatte, während die Firma gleichzeitig wegen der Coronavirus-Krise das Kurzarbeit-Programm der Regierung für die gesamte Belegschaft nützt. Zum 31.12.2019 beschäftigte der Konzern 4.368 Mitarbeiter, davon 3.639 in Österreich. Nun ist das Unternehmen auf Staatshilfe angewiesen.

Gestern noch verteidigt

Noch am Mittwochmorgen verteidigte Pierer die Dividendenauszahlung für 2019 im Ö1-Morgenjournal. 62,6 Prozent der Aktien gehören demnach der Pierer Industrie AG, de facto Stefan Pierer selbst. Vom Gesamtwert der Dividende von 6,762 Millionen – 30 Cent je Stückaktie – wären das für Pierer Industrie AG mehr als satte vier Millionen. Der Rest befindet sich in Streubesitz, wobei keiner der Aktionäre mehr als ein Prozent besitzt. “Für 2020, für diese schwierigen Rahmenbedingungen und alles was da noch daherkommt, unterstütze ich voll die Forderung, dass man keine Dividenden ausschüttet, das steht außer Frage”, sagte Pierer im Interview.

Kehrtwende

Am Nachmittag desselben Tages folgte jedoch nun die 180-Grad-Wende. Pierer Mobility werde auch für 2019 keine Dividende auszahlen. Laut der Börsenplattform “derboersianer.com” geschah der Kurswechsel aufgrund des großen öffentlichen Drucks und nach Interventionen aus Regierungskreisen. Gegenüber ZackZack äußert sich Pierer Mobility AG wie folgt: “Der Vorstand der PIERER Mobility AG hat aus der Tatsache heraus, dass die Bundesregierung am Montag in der Pressekonferenz im Kampf gegen das Coronavirus schärfere Maßnahmen bekanntgegeben hat, eine neuerliche Bewertung der Situation und die wirtschaftlichen Konsequenzen auf den derzeit geschlossenen Fachhandel vorgenommen. Aus diesem Grund hat sich der Vorstand entschieden, keine Dividende für das Geschäftsjahr 2019 an die Aktionäre auszuschütten, um in diesen schwierigen Zeiten das Händlernetz bzw. den Zweiradfachhandel bestmöglich finanziell mit verschiedensten Maßnahmen unterstützen zu können.”

Krainer fordert Dividendenstopp bei Staatshilfe

SPÖ-Finanzsprecher Kai Jan Krainer hatte am Dienstag eine gesetzliche Regelung gefordert, die Unternehmen untersagen soll, Staatshilfen zu bekommen und gleichzeitig eine Dividende auszuschütten. Auch die Arbeiterkammer Wien (AK) sprach sich am Mittwoch dafür aus, die Auszahlung von staatlichen Hilfen an Auflagen zu knüpfen und forderte neben einem Dividenden-Stopp zusätzlich eine “Beschränkung der Managergehälter bei 500.000 Euro und die Streichung der Boni für das heurige Geschäftsjahr,” hieß es in einer Aussendung vom Mittwoch.

(bf)

Lesen Sie auch

Titelbild: APA Picturedesk

HIER SPENDEN!

Direkt an unser Konto spenden!

Bildungsverein Offene Gesellschaft
Verwendungszweck: ZackZack
AT97 2011 1839 1738 5900

AKTUELLES

Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben

Dazu brauchen wir eure Unterstützung:

im ZackZack-Club.

Kurz attackiert ZackZack!

Wir bleiben dran: in Wien,

Ibiza und Mallorca.

Schließen