Wien: Breite Mehrheit für Öffnung der Bundesgärten

Auch Taxigutscheine für Ältere kommen gut an

Seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen haben in Wien nur jene Parks offen, die von der Stadt selbst verwaltet werden. Die großen Parkanlagen der Bundesgärten bleiben hingegen geschlossen. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die große Mehrheit der Wiener ist für die Öffnung.

Wien, 04. April 2020 | Seit Wochen tobt ein politischer Kleinkrieg um die Öffnung der Wiener Bundesgärten. Die Stadt Wien drängt die Bundesregierung, Volksgarten, Burggarten, Augarten, Belvederegarten und Schlosspark Schönbrunn zu öffnen, damit die Wiener mehr Platz zum Spazierengehen haben. Die Schließung der Bundesgärten trägt zum Gedränge auf den verbliebenen Grünflächen bei. Eine aktuelle OGM-Umfrage im Auftrag der “Krone” zeigt nun: Eine große Mehrheit der Wiener wünscht sich, dass die Gärten geöffnet werden. 56 Prozent wollen die Öffnung, nur 41 Prozent sind dagegen.

Öffnung mit Regierungsmerheit verhindert

Wenig abgewinnen können die Wiener dem Alternativplan der Grünen, die Gärten geschlossen zu halten und dafür die Ringstraße für den Autoverkehr zu sperren. Dieser Idee können nur 29 Prozent etwas abgewinnen, ganze 65 Prozent sind dagegen. Die Grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein hatte sich zwar gegenüber der zuständigen Minsiterin Elisabeth Köstinger (ÖVP) für eine Öffnung der Bundesgärten eingesetzt; die Grünen Nationalratsabgeordneten – auch jene aus Wien – stimmten gestern aber zusammen mit der ÖVP gegen die Öffnung. Dafür waren mit SPÖ, FPÖ und NEOS die gesamte Opposition. Die Wiener Bundesgärten bleiben damit bis auf Weiteres geschlossen.

Was der Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) sauer aufstößt: Vom Bund verwaltete Grünanlagen außerhalb Wiens sind geöffnet. Wie der ÖVP-nahe Onlinechef des “Kurier”, Richard Grasl am Freitag andeutete, könnte die Regierung in den Osterferien dem Drängen von Opposition und Stadt Wien nachgeben und die Bundesgärten schlussendlich doch noch öffnen.

OGM: n=503, Befragungszeitraum 1..-2. April 2020. Grafik: ZackZack

Taxigutsche kommen gut an

Eine Maßnahme des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig zum Schutz der besonders gefährdeten älteren Bewohner der Stadt findet große Zustimmung: Ende März hatte die Stadt rund 300.000 Menschen über 65 Taxigutscheine im Wert von je 50 Euro angeboten. Die Maßnahme soll dafür sorgen, dass ältere Bewohner Wiens mobil bleiben können, ohne öffentliche Verkehrsmittel benutzen und sich der Gefahr einen Ansteckung mit dem Coronavirus aussetzen zu müssen. Nur 27 Prozent sind gegen diese Maßnahme, 61 Prozent der Befragten finden die Aktion gut.

(tw)

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Titelbild: Janos Korom, CC BY-SA 2.0

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