Millionen-Fonds: Stadt Wien hilft Firmen durch Beteiligungen

Die Wiener Stadtregierung weitet ihre Wirtschaftshilfen mit dem Fonds „Stolz auf Wien“ aus. Unternehmen sollen mit temporären Beteiligungen der Stadt aus der Krise geholfen werden. Gegenüber ZackZack bestätigte Finanzstadtrat Hanke (SPÖ) zudem, dass bereits ein Großteil der privaten Investoren an Bord sei.

Wien, 06. April 2020 | Die Stadt Wien will ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen im Zuge der Coronakrise ausweiten. Hierzu ist ein 50 Millionen Euro starker Fonds geplant, wobei 20 Millionen Euro von der Stadt Wien und 30 Millionen Euro von privaten Investoren zur Verfügung gestellt werden sollen. Gegenüber ZackZack bestätigte das Büro des Wirtschafts- und Finanzstadtrats Peter Hanke (SPÖ), dass die Stadt bereits im “Großen und Ganzen” die nötigen privaten Investoren an Bord hätte. Um wen es sich dabei final handle, werde man in den nächsten Tagen bekanntgeben. Pro Betrieb seien bis zu einer Million Euro vorgesehen, betonte Hanke in „Wien heute“.

„Stolz auf Wien“ startet Mitte Mai

Geplant ist der Start der freiwilligen Teilverstaatlichungen für Mitte Mai. Der Plan sieht vor, dass die Stadt sich temporär bei Wiener Unternehmen beteiligen werde, allerdings ohne Mitspracherechte:

„Es ist uns ganz wichtig, dass die Beteiligungshöhe bei maximal 20 Prozent liegt. Das bedeutet, dass die Unternehmensführer, die bewiesen haben, wie ihr Geschäftsmodell funktioniert, auch die sind, die weiter den Weg vorgeben“,

so Hanke am Sonntag. Besonders im Fokus habe man „Leitunternehmen, die wir alle von den Marken her kennen, die für Wien, für die Identität dieser Stadt einfach wichtig sind.“

Die Hilfe ist auf maximal sieben Jahre begrenzt. Man gehe davon aus, dass die Folgen der Krise noch Jahre danach spürbar sind. „Wir hoffen, dass der Virus vorbei ist, aber mit den Auswirkungen werden wir noch länger leben müssen. Wir müssen jetzt schon sicherstellen, dass nicht Unternehmen in schwierige Lage geraten und dann nicht mehr aus dieser Schwierigkeit zurückkommen“, so Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im ORF.

Die Firmen hätten allerdings die Möglichkeit, ihre Anteile auch früher wieder zurückzukaufen, falls dies die wirtschaftliche Situation zulasse. Anders als bei Krediten bekämen die Firmen das für sie essenzielle Eigenkapital. Von allfälligen Gewinnen würden auch die Stadt und beteiligte Investoren profitieren.

Zuvor Corona-Hilfspaket mit 35 Millionen Euro Volumen

Der neue Fonds „Stolz auf Wien“ reiht sich ein in die bisherigen Coronahilfen der Stadt Wien. So stellte die Stadt, zusammen mit der Wirtschaftskammer Wien, bereits im März ein 35 Millionen Euro schweres Hilfspaket vor. Teil des ersten Pakets sind 12 Millionen Euro Bürgschaften zur Liquiditätssteigerung von Klein- und Mittelstandsunternehmen, ein 20 Millionen Euro schwerer Notlagenfonds für Ein-Personen-Unternehmen bzw. Kleinstunternehmen und 3 Millionen Euro für den „waff“ (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds, Red.). Zur besseren Information fährt die Stadt eine „Informationsoffensive“ und nutzt dabei laut eigener Aussage alle verfügbaren Kanäle: „Das passiert digital und analog, in der Rathauskorrespondenz genauso wie in den Öffi-Infoscreens, in digitalen Video-Boards in den Amtshäusern und natürlich auch Social Media“, ist aus einer Presseaussendung zu vernehmen.

Derweil sind offenbar 12 Tonnen Schutzausrüstung für Wien eingetroffen. Wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker heute auf Facebook mitteilte, habe man die medizinischen Artikel auf dem freien Markt selbst besorgt.

(wb)

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Titelbild: APA Picturedesk

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