Trump will nichts gewusst haben

Berater-Warnungen gingen an Trump vorbei

Ein ranghoher Berater des Präsidenten hatte Medienberichten zufolge bereits Ende Jänner vor einer Coronavirus-Pandemie gewarnt, in deren Folge hunderttausende Amerikaner ums Leben kommen könnten. US-Präsident Donald Trump will davon nichts gewusst haben.

Wien, 08. April 2020 | Bei einem ungünstigen Verlauf könnten in den USA mehr als eine halbe Million Menschen an den Folgen einer solchen Epidemie sterben, hieß in der Warnung des ranghohen Beraters des Präsidenten Peter Navarro bereits im Jänner. US-Präsident Donald Trump habe nach eigenen Angaben nichts von den frühen Warnungen seines Beraters vor der Corona-Pandemie gewusst.

Trump hätte erst jetzt davon erfahren

Die Bevölkerung in den USA wäre dem Virus “schutzlos” ausgeliefert, weil es weder Immunität noch eine Impfung dagegen gebe, schrieb unter anderem Trumps Handelsberater Peter Navarro in einem Memorandum an den Nationalen Sicherheitsrat des Weißen Hauses Anfang des Jahres.

“Ich habe das nicht gesehen”,

sagte Trump am Dienstagabend im Weißen Haus in Washington. Er habe erst jetzt davon erfahren.

Das Virus sei für die USA kein Grund zur Sorge

Trump selbst hatte noch bis Anfang März öffentlich beteuert, das Virus sei für die USA kein Grund zur Sorge. Der Präsident hatte allerdings Ende Jänner einen Einreisestopp für ausländische Reisende verfügt, die in den 14 Tagen zuvor in China gewesen waren, wo die Pandemie ausgebrochen war. Trump verwies auf diese Entscheidung zu den Reisebeschränkungen und betonte, dies sei zur gleichen Zeit wie Navarros Warnung gekommen. Navarro habe mit seiner Einschätzung damals richtig gelegen. Trump betonte jedoch, er habe zum gleichen Zeitpunkt aus eigenem Antrieb in diesem Sinne gehandelt, ohne den Vermerk gelesen zu haben,

“weil ich den gleichen Instinkt hatte”.

Stopp von Beiträgen an WHO wird geprüft

Gleichzeitig wirft Trump der WHO schwere Versäumnisse im Kampf gegen das Coronavirus vor. Die USA fassen daher ein mögliches Einfrieren ihrer Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Auge.

“Wir werden uns ein Ende der Zahlungen anschauen”,

sagte der US-Präsident im weiteren Verlauf des gestrigen Briefings zur Coronavirus-Pandemie – und machte damit deutlich, dass eine solche mögliche Maßnahme noch geprüft wird.

Der US-Präsident warf der WHO vor, im Kampf gegen eine Ausbreitung des Virus eine “fehlerhafte Empfehlung” abgegeben zu haben.

“Zum Glück habe ich frühzeitig ihre Empfehlung zurückgewiesen, unsere Grenze zu China offen zu lassen”,

twitterte Trump. Die USA hatten Ende Jänner ein Einreiseverbot für Reisende aus China verhängt. Die Pandemie hatte von der Volksrepublik aus ihren Ausgang genommen.

Mit seinen Äußerungen steigerte Trump aber auf jeden Fall massiv den Druck auf die WHO – die USA sind der größte Beitragszahler der UN-Unterorganisation. Die Organisation werde zwar größtenteils von den USA finanziert, sei aber “China-zentrisch”. Trump ist allgemein ein scharfer Kritiker internationaler Organisationen.

(apa/rc)

Lesen Sie auch

Titelbild: APA Picturedesk

HIER SPENDEN!

Direkt an unser Konto spenden!

Bildungsverein Offene Gesellschaft
Verwendungszweck: ZackZack
AT97 2011 1839 1738 5900

AKTUELLES

AKTUELLES

Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben