Der türkise Hintergrund der Corona-Kampagne

Das Netzwerk hinter der Stopp-Corona-App und der „Schau auf mich, Schau auf dich Kampagne“ kommt immer mehr ans Tageslicht. Finanziert von Großspenden aus dem ÖVP-Umfeld, entwickelt von IT-Riesen und Kurz-Kanzlermacher.

Wien, 17. April 2020 | Die Kampagne der Bundesregierung rund um das Coronavirus bekommt immer mehr türkise Mosaiksteine. Wie ZackZack bereits berichtete, steht im Hintergrund der „Schau auf dich, Schau auf mich“- Initiative das Campaigning Bureau des Kurz-Strategen Philipp Maderthaner.

Großspenden aus ÖVP-Nähe

Die Kampagne wurde offiziell für das Rote Kreuz entwickelt und dann der Bundesregierung zur Verfügung gestellt. Auf ZackZack-Nachfrage antwortete das Rote Kreuz, dass die Kampagne in etwa 440.000 Euro gekostet habe, finanziert aus Großspenden. Rot-Kreuz-Chef Gerry Foitik bestätigte gestern im “Standard” nun, wer diese Großspender sind. Es handle sich demnach um die beiden ÖVP-nahen Banken Raiffeisen und Erste Bank. Der langjährige Generalsekretär der Erste Bank war der ehemalige ÖVP-Finanzreferent Andreas Treichl, dessen Vater in den letzten 25 Jahren des 20. Jahrhunderts Chef des Roten Kreuz war.

Auch App-Umfeld mit türkisem Bezug

Die Entwicklung der Stopp-Corona-App wurde beim IT-Riesen Accenture in Auftrag gegeben. Die in Irland ansässige Beratungsfirma, die mit 43 Milliarden Euro pro Jahr zu den umsatzstärksten Strategiefirmen der Welt gehört, zahlt aufgrund des irischen Steuerparadieses gerade mal einen Steuersatz von 3,5 Prozent. Die ÖVP und der Beraterriese haben ein enges Verhältnis zueinander.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck hielt 2019 einen Impulsvortrag “Brain and Champagne” im Future-Camp Accentures. Im Vorwort des Jubiläumshefts anlässlich des 30-jährigen Bestehens von Accenture sind Gastbeiträge von Sebastian Kurz und Margarete Schramböck zu finden. Der ehemalige Geschäftsführer der Tochtergesellschaften Accenture GmbH und Accenture Technology Solutions GmbH, Hans Aubauer, ist zudem auf ÖVP-Ticket Generaldirektor der Sozialversicherungsanstalt (SVA) geworden. Eine Auftragsvergabe an seinen ehemaligen Arbeitgeber brachte den SVA-Generaldirektor bereits einmal in Erklärungsbedarf.

Die Finanzierung der App kommt zudem vom ehemaligen und einzigen Arbeitgeber von Sebastian Kurz außerhalb der ÖVP, der Uniqa. Der Bundeskanzler hatte beim Versicherungskonzern, der zum Raiffeisen-Imperium gehört asl Student gejobbt. Uniqa-Ex-Chef Hartwig Löger war ÖVP-Finanzminister. Nun wird gegen ihn wegen Bestechlichkeit ermittelt.

“Finger weg”

IT-Sicherheitsexperte Heiko Frenzel hat die App genau analysiert. Im ZackZack-Interview erklärt er, dass die Daten der User bei großen IT-Konzern landen. Während die Datenschutz-NGO Epicenter.works die Stopp-Corona-App vor allem in Detailfragen kritisiert, stellt der Datenschutz Verein ARGE Daten stellte der App insgesamt ein katastrophales Zeugnis aus. Die App sei nicht „praxistauglich“, „gebe eine falsche Sicherheit“. Die ARGE Daten empfiehlt: „Finger weg von der App“.

(bf)

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Titelbild: APA Picturedesk

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