Wickel um WHO

In Chinas Hand?

Nachdem die USA die Zahlungen an die WHO stoppte, initiierte Deutschland eine „Allianz für Multilateralismus“. Auch Außenminister Schallenberg bekannte sich zur WHO. Diese wird allerdings nicht nur von Trump kritisiert, sondern fällt aktuell mit eher grotesken Aktionen auf.  

Wien, 17. April 2020 | Jetzt wird die WHO zum Politikum. Die einstige Schutzmacht der UNO und ihrer Institutionen, die USA, entzogen der WHO nun Gelder. Das ist einmalig seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und zeigt, dass die Welt nach Corona eine gänzlich andere sein könnte.

WHO zu China-hörig?

Kritik an der WHO gibt es aber nicht erst, seitdem Donald Trump die Gelder strich. Auf Chance.org ist seit Ende Jänner eine Petition am Laufen, die den Rücktritt des umstrittenen WHO-Chef Tedros Ghebreyesus verlangt. Fast eine Millionen Menschen haben die Petition bereits unterschrieben.

Laut Trump hätte die WHO China unterstützt, den Ausbruch des neuartigen Corona-Virus zu vertuschen. Dieser Vorwurf ist nicht von der Hand zu weisen: Am 31. Dezember schrieb Taiwan einen Brief an die WHO, berichtete darin über Fälle einer „atypisches Lungenentzündung“ in Wuhan und bat um Informationen. Taiwan ist kein Mitglied der WHO, weil seine Unabhängigkeit von China in der UN umstritten ist.

Auch verweigerte China wochenlange Expertenteams der WHO die Einreise ins Land. Als man dann dort war, änderte das allerdings wenig an der Transparenz Chinas. Dennoch lobte Tedros China immer wieder für dessen Einsatz.

23 Staaten hinter WHO

Nun strich die USA die Gelder für die WHO. Sie war bisher der größte staatliche Financier. Allerdings zahlen nicht nur Staaten für die WHO: Die, zuletzt im mehr in die Kritik geratene Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung zählt als großer Gönner, ebenso wie Konzerne, die nicht unbedingt bekannt dafür sind, auf die Gesundheit des Menschen zu schauen: Coca-Cola oder Nestlé beispielsweise.

Europa stellte sich nach dem US-Vorstoß nun hinter die WHO und damit auch über Umwege hinter China. Deutschlands Außenminister Heiko Maas erklärte, die WHO bleibe “das Rückgrat der internationalen Pandemiebekämpfung”. Es mache gerade jetzt überhaupt keinen Sinn, die WHO, ihre Funktionsfähigkeit oder ihre Bedeutung infrage zu stellen. “Das ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt”, sagte der SPD-Politiker. “Sie zu schwächen wäre nichts anderes, als in einem laufenden Flug den Piloten aus dem Flugzeug zu werfen, und das halten wir nicht für verantwortbar.”

23 Staaten unterzeichneten, die von Deutschland initiierte “Allianz für Multilateralismus”, Österreich war nicht dabei. Allerdings bekannte sich das österreichische Außenministerium gestern dann weiter zu den Zahlungen an die WHO. Auf Twitter hieß es am Mittwoch: “Wir unterstützen weiterhin die wichtige Arbeit der WHO.” Die türkis-grüne Bundesregierung habe der “führenden Gesundheitsagentur” im April bisher 2,83 Millionen Euro im Kampf gegen Covid-19 zur Verfügung gestellt, war in dem Tweet zu lesen. “Nur gemeinsam können wir diese globale Gesundheitskrise überwinden.”

WHO kümmert sich inmitten der Pandemie um Popkonzert

Die Kritik an der WHO dürfte allerdings nicht spurlos an ihr vorbeigegangen sein. So fällt sie aktuell mit eher seltsam anmutenden Aktionen auf. In der heutigen Pressekonferenz wird auch der Hollywood-Popstar „Lady Gaga“ auftreten. Sie soll wohl nicht als Expertin gegen das Virus herhalten, sondern um ein „Lockdown“-Konzert, das morgen stattfindet, zu promoten. Dieses versucht auch die WHO zu vermarkten.

Doch dieses Konzert steht unter keinem guten Stern. Aufgrund der jetzt schon lauter werdenden Kritik ist wohl ein Shitstorm zu erwarten. Auch dass die WHO inmitten einer Pandemie, die „teuflisch“ anmutende Lady Gaga promotet, wirkt abstrus.

(ot)

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Titelbild: screenshot twitter

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