FPÖ-10-Millionen-Mandatskauf:

Spur ins Rotlicht

Um 10 Millionen Euro soll sich ein ukrainischer Oligarch im FPÖ-Nationalratsklub ein Mandat erkauft haben. ZackZack hat umfangreich recherchiert. Nun stellen die NEOS eine detaillierte Anfrage an Justizministerin Alma Zadic. Sie sehen Verbindungen, nicht nur zu Güssinger Mineralwasser, sondern auch zur Meinl Bank und sogar dem Rotlicht-Saunaclub „Golden Time“ nach.

Wien, 18. April 2020 | Seit Monaten deckt ZackZack auf: Der mutmaßlich 10 Millionen Euro schwere Mandatskauf der FPÖ ist ein Politkrimi. Für ordentlich Cash soll sich ein ukrainischer Oligarch in den FPÖ-Parlamentsklub eingekauft haben. Fotos von mysteriösem Bargeld in einer Sporttasche von HC Strache sollen damit in Zusammenhang stehen.

Saunaclub in Mandatskauf verwickelt?

Nun verfolgen die NEOS offenbar eine weitere Spur: In einer ausführlichen Anfrage an Justizministerin Zadic zur „Causa Schellenbacher“ (Thomas Schellenbacher ist der mutmaßlich gekaufte Mandatar, Red.) vermuten die NEOS eine Spur in das Wiener Rotlicht-Milieu. So wollen die NEOS auch wissen, ob auch der „Saunaclub Golden Time“ in Wien-Simmering im Fadenkreuz der Ermittlungen steht.

Die Oppositionspartei stellt detaillierte Fragen zum Mitinhaber des „Golden Time“, das gleich neben dem kürzlich geschlossenen Concord Card Casino zu finden ist.

Auch Güssinger in der Anfrage

Weiters fragen NEOS nach den von ZackZack nachgewiesenen zwei Millionen Euro Geldflüssen in Zusammenhang mit Schellenbacher, und danach, ob diese der Staatsanwaltschaft bekannt sind. Und nicht nur das: Auch die „Causa Güssinger“ ist noch keinesfalls geklärt. Denn auch der letzte Geschäftsführer der Mineralwasser-Firma steht in Zusammenhang mit Schellenbacher.

Ganz grundsätzlich fragen die NEOS auch, ob Strache, Villimsky, Schellenbacher und andere Verdächtige in einem aktuellen Strafverfahren als Beschuldigte geführt werden.

Sporttaschen voller Bargeld

Thomas Schellenbacher rutschte nach den Nationalratswahlen 2013 überraschend in den Nationalrat. Unerwarteterweise verzichteten zwei Kandidaten vor ihm auf der FPÖ-Wahlliste auf ihr Mandat. ZackZack berichtet seit letztem Sommer über den Vorwurf des gekauften FPÖ-Mandats von Schellenbacher. In diesem Zusammenhang tauchten Fotos von Sporttaschen, voll mit Bargeld, und dubiose Geldflüsse Schellenbachers auf. Auch Norbert Hofer wusste alles.

Der Politkrimi nimmt jedenfalls eine nächste Runde im Nationalrat. Auch im Ibiza-Untersuchungsausschuss könnten einige Themen rund um die “Causa Schellenbacher” ins Spiel kommen. Denn Ibiza war auch immer eine Frage nach der FPÖ und ihrem Verhältnis zu osteuropäischen Oligarchen. Jetzt führt das scheinbar auch ins Rotlicht-Milieu.

(ot)

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Titelbild: Screenshot SZ/ZackZack-Grafik

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