FPÖ-Kappels Finanzier schon 2011 vom Verfassungsschutz observiert

Rechercheplattform “Fass ohne Boden” veröffentlicht brisantes Foto

Wie die Recherche-Plattform “Fass ohne Boden” am Mittwoch berichtete, observiert der Verfassungsschutz den angeblichen Geldgeber der ehemaligen FPÖ-Politikerin Barbara Kappel schon seit mindestens 2011.

Wien, 22. April 2020 | Im Oktober 2019 sagte die ehemalige FPÖ-Europaabgeordnete Barbara Kappel bei einer Einvernahme durch die Kriminalpolizei aus, dass sie 100.000 Euro an den früheren Parteichef Heinz-Christian Strache übergeben habe. Das Geld habe er verlangt, um Kappel auf einem aussichtsreichen Listenplatz bei der Europawahl zu installieren. Das Geld habe sie vom bulgarischen Geschäftsmann Stoyan S. Dieser hat stets zugegben, Kappel ein Darlehen gegeben zu haben – allerdings nur in Höhe von 75.000 Euro. Strache bestreitet, von Kappel Geld verlangt oder erhalten zu haben. Die Kriminalpolizei fand bei ihren Ermittlungen keine entsprechenden Hinweise.

Zielperson zufällig im Kaffehaus begegnet

S. ist in einen Konflikt mit russischen Geschäftsleuten in Wien verstrickt, denen die Staatsanwaltschaft vorwirft, zum organisierten Verbrechen zu gehören. 2019 kam es zu mehreren Verhaftungen wegen eines angeblichen Mordauftrags gegen S. Unter anderem geht es dabei um das Güssinger Mineralwasser. Die Rechercheplattform “Fass ohne Boden” veröffentlichte nun ein brisantes Foto. Laut “Fass ohne Boden” ist es entstanden, als 2011 ein Agent des Verfassungsschutzes und sein Führungsoffizier S. zufällig in einem Wiener Café begegneten. S. sei “Kundschaft”, also Zielperson gewesen. Demnach hätte der Verfassungsschutz S. schon seit 2011 observiert.

S. 2011 in einem Wiener Kaffeehaus. Schon damals soll er vom Verfassungsschutz observiert worden sein. Bild: “Fass ohne Boden”

 

Im Umfeld von S. kam es am 29. September 2019 zu einem mysteriösen Todesfall. Der Österreicher Philipp B., seinen Angaben gegenüber ZackZack zufolge ein “Freund und Berater der Familie S.”, kam in der bulgarischen Hauptstadt Sofia unter bisher nicht geklärten Umständen ums Leben. Todesursache soll ein Treppensturz sein. Informierte Kreise hegen jedoch Zweifel an dieser Darstellung. Die bulgarischen Behörden zeigten sich gegenüber ihren österreichischen Kollegen und dem Außenministerium sehr zurückhaltend, was die Weitergabe von Informationen über B.s Tod betrifft.

(red)

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Titelbild: Ex-FPÖ-Politikerin Barbara Kappel; Bild: APA Picturedesk

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