Bild-Chef legt sich mit China an

„Corona-Rechnung“ führt zu Schlagabtausch

Die „Bild-Zeitung“ legt sich mit China an. Nachdem das Boulevardblatt China die „Corona-Rechung“ präsentierte, kam es zum wilden Schlagabtausch zwischen Chefredakteur Julian Reichelt und der chinesischen Botschaft in Berlin.

Berlin, 23. April 2020 | China kritisieren, das traut sich kaum mehr jemand. Zu mächtig ist das Xi-Reich geworden. Wenn etwas gegen den chinesischen Strich geht, wird sofort eine offizielle Entschuldigung gefordert. Jetzt legte sich die größte Tageszeitung Deutschlands, das Klatschblatt „Bild“, mit dem chinesischen Regime an. Und legte sogar nach!

Es begann mit einer Rechung

Am 15. April präsentierte die „Bild“ die „Corona-Rechnung“ mit dem Titel: „Was uns China jetzt schon schuldet“. Darin verlangt die Zeitung Reputationszahlungen Chinas an die Welt. Die deutsche „Rechnung“ kalkulierte das Blatt auf 150 Milliarden Euro. China reagierte umgehend, und zwar wild wie ein Drache.

Die chinesische Botschaft wandte sich per offenem Brief an Bild-Chefredakteur Julian Reichelt: Die „Corona-Rechnung“ würde ausschließlich Vorurteile gegen China und Nationalismus schüren.

„Wer so aufrechnet, wie Sie das mit der BILD-Zeitung von heute tun, schürt Nationalismus, Vorurteile sowie Fremden- und Chinafeindlichkeit. Es wird weder der traditionellen Freundschaft zwischen beiden Völkern, noch einem seriösen Verständnis von Journalismus gerecht. Ich frage mich gerade vor diesem Hintergrund, woher in Ihrer Redaktion die Abneigung gegen unser Volk und unseren Staat kommt? Für eine Krise dieses Ausmaßes gibt es kein Drehbuch“,

schreibt die Sprecherin der chinesischen Botschaft an die BILD-Redaktion. Die Aufforderung zur Entschuldigung fehlt aber, der Artikel ignoriere jedoch „wesentliche Fakten.“

Reichelt legt nach

Daraufhin legte Reichelt sogar noch nach! Er antwortete in der “Bild” ebenfalls per offenen Brief, adressiert direkt an China-Diktator Xi Jinping. Titel: „Sie gefährden die ganze Welt.“ Darin antwortet Reichelt mit heftiger Kritik. Xi sei nur „wegen Überwachung Präsident“, er „regiert nur, wegen Überwachung.“

„Sie schließen jede Zeitung und Website, die Ihren Richtlinien kritisch gegenübersteht, aber nicht die Stände, an denen Fledermaussuppe verkauft wird. Sie überwachen nicht nur Ihre Leute, Sie gefährden sie – und mit ihnen den Rest der Welt“,

lautet Reichels erster Kritikpunkt. Den Brief nahm Reichelt auch per Video auf.

China: „Politische Verleumdung“

Naturgemäß kam umgehend die Antwort aus der Botschaft. Reichelt würde „abermals mit Unwahrheiten und politischer Verleumdung über China“ herziehen,

„was uns Anlass gibt, unsere entschiedene Ablehnung nochmals zum Ausdruck zu bringen. China ist seit dem Ausbruch der neuartigen Corona-Epidemie in offener, transparenter und verantwortungsbewusster Weise vorgegangen, indem wir der WHO über die Epidemie frühestmöglich berichtet, mit anderen Ländern zusammengearbeitet und gleichzeitig umfassendste, strengste und gründlichste Maßnahmen ergriffen haben.“

Im Übrigen sollten die Medien die Pandemie nicht politisieren, heißt es abschließend. Etwaige Spekulationen rund um einen möglichen Ausbruch der Pandemie im Labor von Wuhan weist China strikt von sich.

Die WHO würde beteuern, dass es nicht aus dem Labor komme, sagt China. Man ließe die WHO für sich sprechen, die politische Führung äußere sich dazu nicht, denn dies sei ein „wissenschaftliche Frage“ und keine politische.

(ot)

 

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Titelbild: screenshot youtube

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