Schau ma mal, dann sehn ma scho

Kickl kommentiert

Ehrlich herzhafte Lacher im Nationalrat sind eher eine Rarität. Danke an die grüne Klubobfrau für ihren Einsatz!

Wien, 2. Mai 2020 |

„Nachdem wir die Menschen vor der Gefahr um ihr Leben geschützt haben oder sie sich selbst …“

war die Aussage von Sigi Maurer, die namentlich nicht bekannten Abgeordneten zum Nationalrat ein herzhaftes Lachen entlocken konnte. Einem engagierten Kameramann haben wir es zu verdanken, dass wir die Fassungslosigkeit in den Augen der NEOS-Parteichefin Beate Meinl-Reisinger miterleben durften.

Denkmal?

Ob sich Kurz & Kogler und manch anderes türkis-grünes Regierungsmitglied dereinst ein Denkmal für „den Schutz vor der Gefahr um das Leben“ verdient haben, werden wir erst sehen.

Doch während Frau Maurer den gelungenen Schutz des Lebens bereits als bewältigtes Projekt ansieht, hören wir von Virologen und Epidemiologen, dass wir uns mitten in einer Entwicklung befinden, vielleicht sogar erst an deren Anfang.

Ob es klug ist, die Schulen wieder aufzusperren, wenngleich nur im Schichtbetrieb, wird sich erst weisen. Selbst die Virologen sind noch nicht sicher, wie sehr Kinder und Jugendliche an der Verbreitung beteiligt sind.

Ob die unlogischen Regelungen für den Gastronomie-Besuch (einen Meter Abstand halten am gemeinsamen Heim- und Rückweg bei gleichzeitig kuschelig-nahem Essensverzehr in der Lokalität) hinsichtlich der Virusverbreitung sinnvoll sind, ist nicht absehbar.

Schau ma mal, dann sehn ma scho

Nicht Wenige sind zusehends verwirrt ob der konfus anmutenden Regelungen, deren Sinn und Zweck zwar oft keiner Logik folgen, dafür aber Stoff für bisher sage und schreibe 61 Pressekonferenzen lieferte.

Neben den Details, die zwischen den Parolen „testen, testen, testen“, „koste es ,was es wolle“ und „bald wird jeder von uns jemanden kennen, der an Corona gestorben ist“ manchmal zumindest Potential für Erheiterung bieten, bleiben die wichtigsten Fragen bis dato unbeantwortet.

Wenn die Situation auch mit Masken und Abstand in den Griff zu kriegen gewesen wäre, warum dann der radikale Lockdown mit den verheerenden wirtschaftlichen Folgen (die man voraussehen und ehrlich hätte abfedern müssen)?

Wenn aber Masken und Abstand eben doch nicht effizient genug sein werden, sind wir dann alle Teil eines groß angelegten „schau ma mal, dann sehn ma scho“ – Versuchs?

Daniela Kickl

Der Kommentar gibt nicht die Meinung der Redaktion, sondern ausschließlich der Autorin wieder.

Mehr von der Autorin auf: https://danielakickl.com/

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Titelbild: APA Picturedesk

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