Venezuela-Invasion kläglich gescheitert

Wie damals in der Schweinebucht

Die US-Sicherheitsfirma Silvercorp, die auch für Trump-Veranstaltungen engagiert wird, versuchte sich an einer Invasion Venezuelas. Zuvor veröffentlichte der Firmen-Chef einen Vertrag zwischen ihm und Maduro-Gegner Guaidó. Die Militäraktion scheiterte allerdings kläglich.

Caracas, 06. Mai 2020 | Erneute Eskalation in Venezuela, aber Diktator Maduro bleibt weiter an der Macht. Diesmal versuchte eine private US-Söldnertruppe im Alleingang, Maduro wegzuputschen. Man scheiterte kläglich.

Guaidó verspricht als Präsident 220 Millionen Euro

Brisant: Die US-Sicherheitsfirma Silvercorp sichert auch die Veranstaltungen von US-Präsident Trump. Vor dem Putschversuch veröffentlichte der Chef der Firma, der kanadische Ex-Elitesoldat Jordan Goudreau, einen brisanten Vertrag: Darin werden fast 220 Millionen Dollar an Zahlung für die Silvercorp vereinbart – unterzeichnet im Oktober 2019, unter anderem von Juan Guaido, dem selbsternannten Übergangspräsidenten Venezuelas. Doch er zahlte die Millionen nicht, deshalb veröffentlichte Goudreau jetzt den Vertrag, so der Silvercorp-Chef.

Eine Unterschrift, die wohl nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Mit dieser Unterschrift einigte sich der “Präsident Venezuelas Guaidó” mit Silvercorp über eine Leistung von 220 Millionen Dollar. Weil das Geld aber nie ankam, veröffentlichte Silvercorp nun den Vertrag.

Guaidó sprach zunächst von einem „Täuschungsmanöver des Maduro-Regimes“. Nachdem allerdings eindeutige Beweise sowie der Vertrag zwischen Venezuela und Silvercorp USA im Netz landeten, wurde es still um den gescheiterten Putschisten.

Auf Maduro schon Kopfgeld verhängt

Goudreau war offenbar fest entschlossen, Venezuela von Maduro zu befreien. Maduro, auf den die USA bereits ein Kopfgeld von 10 Millionen Dollar aussetze, da er einen Kokain-Schmuggelring anführen soll, konnte nun aber den nächsten Umsturzversuch abwehren. Dass er und sein Clan aber via mafiöse Strukturen Venezuelas verarmte Bevölkerung ausbeuten, gilt ebenfalls als unbestritten.

Goudreau kündigte auf Twitter die Invasion großspurig an. Was die beiden nicht wussten: Als dieses Video veröffentlicht wurde, war sie allerdings bereits gescheitert.

Silvercorp USA unterhält auch Beziehungen zum US-Präsidenten Trump. So belegt der Instagram-Account der Firma eine Beteiligung an der Sicherung von Trump-Veranstaltungen. Als auf Twitter die Invasion Venezuelas angekündigt wurde, markierte man sogar den US-Präsidenten. Der Tweet wurde allerdings ziemlich schnell wieder gelöscht.

Stolz wurde die Invasion angekündigt – trotzdem wird sie nun von Guaidó als “Täuschung” präsentiert.

Maduro feiert Festnahme

Maduro feiert sich nun selbst, weil er zwei US-Elitesoldaten festnehmen konnte. Es bestehen durchaus Parallelen zur Schweinebucht-Invasion in Kuba 1961: Damals versuchten 1300 Exilkubaner und zwei CIA-Agenten, in ein kommunistisches Land einzufallen. In Venezuela versuchte man es nun mit weitaus weniger einheimischen Kämpfern, allerdings wieder mit zwei US-Agenten. Die USA und Präsident Trump sagen, sie hätten nichts damit zu tun.

Lage weiter angespannt

Wie angespannt die Lage ist, zeigte auch die Reaktion von Silvercorp USA auf den gescheiterten Putsch. Auf Twitter drohte die Firma einer Journalistin, sie würden „Maduro-Freunde wie sie auch gratis ermorden, obwohl Söldner dafür auch Geld bekommen“.

Morddrohung von Goudreau an eine Journalistin. Der Tweet wurde schnell gelöscht.

Mittlerweile berichtet das Maduro-Lager von einem weiteren gescheiterten Putschversuch. Per Boot wollten offenbar 300 Söldner in Caracas einfallen und die Stadt übernehmen. Venezolanische Behörden behaupten, sie hätten den Einfall erneut verhindert.

(ot)

 

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Titelbild: APA Picturedesk

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