Chefstatistiker: Wien kommt gut durch die Krise

Die MA 23 kommt in einer Analyse zum Schluss: Wien steht gut da, es gibt keine Übersterblichkeit im Zusammenhang mit Corona. Die Zahlen dürften der Debatte rund um die Anti-Wien-Kampagne von Innenminister Karl Nehammer neuen Schwung geben.

Wien, 11. Mai 2020 |

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wird auch die Sterberate als ein Gradmesser für den Verlauf und die Gefährlichkeit der Pandemie genau beobachtet. Die Wiener Statistikbehörde MA 23 hat nun die bisher vorliegenden Daten dahingehend analysiert, ob seit dem Ausbruch insgesamt mehr Menschen als üblich in der Bundeshauptstadt gestorben sind. Das Ergebnis lautet: Nein.

Keine Übersterblichkeit in Wien

“Wir haben keine Übersterblichkeit in Wien bisher”,

erklärte MA 23-Chef Klemens Himpele im Gespräch mit der Austria Presse Agentur (APA). Diese Aussage stimme, so Himpele, für die Unter-65-Jährigen genauso wie für den Bevölkerungsteil ab 65 Jahren, der als Covid-19-Risikogruppe gilt. Und sie trifft zumindest bis inklusive der 17. Kalenderwoche, also bis zum 26. April, zu. Darüber hinaus sind die Daten, die die Statistik Austria nun infolge der Coronakrise erstmals sehr zeitnah liefert, noch nicht verfügbar.

Für Himpele ist die Frage der Übersterblichkeit in der Nachschau wohl eine der wichtigsten Kennzahlen, “weil man daran erkennen kann, ob etwas übersehen wurde” – also nicht diagnostizierte Covid-19-Fälle, die erst verzögert in der Sterbestatistik sichtbar werden, aber auch “Kollateralschäden” beispielsweise durch die wochenlange Drosselung des Spitalbetriebs.

“Man kann sagen, dass das in Wien definitiv nicht der Fall ist”, so der Wiens oberster Statistiker:

“Die Daten zeigen, dass Wien sehr gut bisher durch die Krise gekommen ist.”

Die Grafik zur Analyse ist ab sofort auch unter https://wien1x1.at/site/mortalitaetsmonitor/ abrufbar. Die MA 23 wird den “Mortalitätsmonitor” nun wöchentlich um den jeweils jüngsten verfügbaren Wert aktualisieren. Die Basisdaten, die von der Statistik Austria kommen, hinken allerdings etwas hinterher.

Anti-Wien-Kampagne der ÖVP sorgt für Wirbel

Die Erkenntnisse der MA 23 dürften nun für neuen Schwung in der Debatte rund um die Vorkommnisse in und um das Innenministerium sorgen.

Am Wochenende deckte ZackZack auf, dass Innenminister Nehammer wider besseres Wissen Falschnachrichten über Wien im Zuge der Corona-Bekämpfung der Hauptstadt streute. Brisante Unterlagen zeigen: Intern weiß man im Ministerium, dass in Wien keine gefährliche Situation herrscht, doch der Innenminister streute dennoch Falschnachrichten über Geflüchtete und scheinbar gestiegene Infektionszahlen.

NEOS-Mandatarin Stephanie Krisper will nun eine parlamentarische Anfrage stellen:

(wb)

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Titelbild: APA Picturedesk

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