Dornauer: Platter-Landhaus ein House of Wahnsinn

Rund um die jüngsten Ischgl-Enthüllungen im “Profil” attackiert SPÖ-Tirol-Chef Georg Dornauer einmal mehr Landeshauptmann Platter scharf. 

Innsbruck, 16. Mai 2020 | Haben Tiroler Behörden eine Veordnung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober ignoriert? Das geht heute aus einer Enthüllungsstory des Magazins “Profil” hervor.

Dornauer sieht Platter massiv unter Druck

Das Land Tirol dementierte umgehend. Es würde “nicht den Tatsachen entsprechen”, dass die Tiroler Behörden “nicht nach den Vorgaben des Gesundheitsministeriums gehandelt” hätten. “In Ischgl haben die lokalen Gesundheitsbehörden darüber hinaus sogar noch strengere Kriterien angewandt”, schreibt das Land Tirol in Reaktion auf die Profil-Enthüllung.

Für SPÖ Tirol-Chef Georg Dornauer werde “das Behördenversagen immer deutlicher. Platter steht nun massiv unter Druck.” Dass die Tiroler ÖVP weiter mauert und keine Fehler eingesteht, erschüttert Dornauer:

“Es ist buchstäblich ein “House of Wahnsinn”, was hier im Tiroler Landtag vonstatten gegangen ist. Ich fühle mich in meinem scharfen Kurs gegne Platter, Kurz und Co. der letzten Wochen zu 100 Prozent bestätigt. Es muss alles aufgeklärt werden. Ich möchte hier und heute nicht mehr ausschließen, ob Tirol bereits in wenigen Monaten vor einer politischen Neuordnung steht.”

Die enge Verwobenheit der ÖVP mit den Tourismus- und Seilbahnlobbyisten hätte Tirol “großen Schaden zugefügt”, sagte Dornauer gegenüber ZackZack.

Kucher: Gesundheitsministerium darf sich nicht abputzen

Auch SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher erkennt immer deutlicher das Fehlverhalten der Behörden in der Causa Ischgl. Er nimmt auch das Gesundheitsministerium in die Pflicht:

“Für mich ist auch klar: Das Gesundheitsministerium hätte zusätzlich zum Erlass aktiv werden müssen. Einfach nur zuschauen und sich jetzt abputzen, das geht gar nicht.”

Kucher kündigte eine parlamentarische Anfrage an. “Der nun bekannt gewordene Sachverhalt des Erlasses vom 28. Februar zeigt einmal mehr, dass ein nationaler Krisenkoordinator an allen Ecken und Enden gefehlt hat“, erklärt Kucher und erinnert daran, dass die Regierung Kurz die von Pamela Rendi-Wagner aufgebaute Sektion für Öffentliche Gesundheit aufgelassen hat.

Bundes-FPÖ prüft Anzeige

Die Bundes-FPÖ prüft indes eine Anzeige gegen das Land Tirol. Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch sieht “einen Punkt erreicht, an dem man nicht mehr länger zusehen kann.”

Seit März hielt sich die Tiroler FPÖ bei der Aufklärung zurück. So konnte auch die von Georg Dornauer initiierte unabhängige Untersuchungskommission zunächst nicht mit Oppositionstimmen eingesetzt werden. Erst nach wochenlangem Ringen gingen ÖVP und Grüne mit der Dornauer-Forderung mit. Die jüngsten Enthüllungen zeigen umso deutlicher, wie dringend es Aufklärung braucht.

(ot)

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Titelbild: APA Picturedesk

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