Die (un)moralische Jagd nach der Frauenquote

Kickl kommentiert

Als ich unlängst einen Jubeltweet wegen einer Antwort der „Regisseurin von Matrix“ auf Ivanka Trump gelesen habe, war ich mir unsicher, ob mir selbst eine mysteriöse Pille verabreicht worden oder gar Alzheimer im Anmarsch war. War ich mir doch sicher, dass der Film 1999 von den beiden Wachowski-Brüdern gedreht wurde.

Wien, 23. Mai 2020 |Es mutet fast wie eine Art unmoralische Geschichtsverdrehung an, wenn ein Faktum (Film wurde tatsächlich von den Brüdern Larry und Andy gedreht) aufgrund neuer Entwicklungen rückwirkend verfälscht wiedergegeben wird. Alles scheint besser zu sein, wenn es von einer Frau gemacht wird, weshalb fanatische Genderexperten noch nicht einmal davor zurückschrecken, auch letztlich unbedeutende Tatsachen in ihrem Sinne zu adaptieren.

Akademische Gender-Lehrgänge

An den Universitäten Wien, Graz und Innsbruck stehen „Gender-Studies“ am Programm, an der Akademie der bildenden Künste in Wien kann man „Gender Studies Kunst“ belegen und mein persönliches Highlight manifestiert sich in der BOKU-Infoveranstaltung “Textbausteine Gender für Projektanträge”.

Das war und ist es, was Frauen und der gesamten Menschheit per se den Fortschritt bringt: das gendergerechte Formulieren in Schreiben, Anträgen und natürlich auch Reden. Weil doch Sprache auch Bewusstsein ist und dieses formt. Ja no na ned.

Gendersternchen versus Lebensrealität

Ich wage dennoch die kühne Behauptung aufzustellen, dass es der klischeehaften Billa-Kassierin herzlich egal ist, ob der nächste Kontoauszug mit „Sehr geehrte Kundin“ oder „Werter Kunde“ betitelt ist. Einzig die Zahl unten macht den interessanten Unterschied zwischen Dahinvegetieren und „Leben“ aus.

Bei meiner naiv-optimistischen Suche nach Armuts-Studienlehrgängen in Österreich bin ich auf das „Centre for Ethics and Poverty Research“ der Universität Salzburg gestoßen. Die beschäftigen sich zumindest mit dem Thema, wenngleich das viele andere auch tun. So institutionalisiert wie die Gender-Studies sind sie jedoch nicht.

Erstaunlicherweise bietet die US-amerikanische Stanford University ein „Master’s Degree in Public Policy with a Concentration in Poverty and Inequality“ an, das interdisziplinär wirtschaftliche, rechtliche, psychologische und philosophische Aspekte abdeckt.

Hauptsache Frau

Nach dem Rücktritt von Ulrike Lunacek war klar, dass es wieder eine Frau sein muss, die als Kunst-und Kulturstaatssekretärin angelobt wird. Weil das die parteiinternen Richtlinien der Grünen so vorsehen. Dass man offenbar niemanden aus den eigenen Reihen gefunden hat, macht nichts. So hat man eben auf die Spitzenbeamtin mit SPÖ-Anstrich Andrea Mayer zurückgegriffen. Weil das Wichtigste ist, dass es eine Frau ist.

Der Wunsch nach einer fairen, für alle lebenswerten Gesellschaft ist mehr als nur erstrebenswert. In dem Konzept für ALLE sind aber auch wirklich ALLE drinnen und das prekäre Arbeitsverhältnis für den ledigen jungen Mann sollte daher genauso inakzeptabel sein, wie es das für die verheiratete Mutter ist.

Solange der Fokus auf dem krampfhaften Erreichen von Frauenquoten liegt, und sei es, dass diese mit Geschichtsfälschung erreicht werden, sind wir von der Idee der gerechten und lebenswerten Gesellschaft noch weit entfernt.

Daniela Kickl

Der Kommentar gibt nicht die Meinung der Redaktion, sondern ausschließlich der Autorin wieder.

Mehr von der Autorin auf: https://danielakickl.com/

Lesen Sie auch

Titelbild: ZackZack

AKTUELLES

Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben