Krallt sich Mahrer den nächsten Job?

Tourismusvertreterin wird abgesägt

Während in der Tourismusbranche Feuer am Dach ist, wird die Bundesobfrau der Tourismussparte in der Wirtschaftskammer (WK) “entfernt”. Tausendsassa Harald Mahrer holt derweil alte Bekannte des Ex-Fianzministers Karl-Heinz Grasser wieder ins Boot und baut damit seine Macht weiter aus.

Wien, 25. Mai 2020 | Die Meldung kam unerwartet und war ein Schlag ins Gesicht für Petra Nocker-Schwarzenbacher. Die Spartenvertreterin für Tourismus in der WK bekam am Dienstag die Meldung, dass ihre Position nicht mehr verlängert wird.

Ihr wurde nüchtern mitgeteilt, dass Harald Mahrer als WK-Präsident sein eigenes Team am Start habe. Für Nocker-Schwarzenbacher habe man keine Verwendung mehr. Sie wird unfreiwillig entfernt, mitten in der größten Krise der Tourismusbranche. Rund 90.000 Betriebe sind Teil der WK-Tourismussparte.

Petra Nocker-Schwarzenbacher hätte auch in der Krise durchaus breite Schultern gehabt, sagt sie über sich selbst. Natürlich könne sie Harald Mahrer verstehen, denn ihre Periode laufe demnächst aus, aber sie hätte dennoch gerne weitergemacht. Ursprünglich übernahm die Hotelbetreiberin und -eigentümerin aus St. Johann im Pongau 2014 die Funktion in der WK.

Grassers Phantom lebt wieder auf

Wer der Nachfolger wird, ist noch unklar. Aber eines steht fest: es soll wohl ein Mann sein. So wie die Grünen mit Lunacek zwecks Statut eine Frau für das Amt der Kulturstaatssekräterin besetzt hatten, wird die neue Funktion in der WKO jetzt einem “Systemmann” zugeschrieben. An der Spitze der Kandidaten steht jemand mit pikanten politischen Verbindungen: der Sacher-Chef Matthias Winkler.

Er war der ehemalige Kabinettschef und Sprecher von Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Beim Buwog-Prozess fiel er mit seinen fehlerhaften Erinnerungen und dem Lob seines ehemaligen Chefs auf. Seine Kontakte reichen bis zur Glücksspielbranche. Er war Ex-Bwin-Chef und ist mittlerweile als selbstständiger Berater tätig.

Die Rückkehr der Systemmänner?

Ein weiterer heiß gehandelter Kandidat war dem Vernehmen nach Mario Pulker, der die Tourismussparte der WK Niederösterreich leitet. Hinter der Hand spricht man aber von einem anderen Newcomer aus Tirol: Mario Gerber. Der Hotelier und Landtagsabgeordnete erzielte bei der letzten WK-Wahl ein gutes Ergebnis. Eigentlich galt seine Bestellung schon als beschlossene Sache, bis die Coronakrise kam. Seitdem ist Tirol ein rotes Tuch in der öffentlichen Wahrnehmung.

Die Wahl zum WK-Tourismusvertreter findet Ende Juni statt. Wie es bis dahin weitergehen soll, bleibt unklar. Für die Tourismusbranche ist das ein schwerer Schlag ins Gesicht.

(mp)

Lesen Sie auch

Titelbild: APA Picturedesk

AKTUELLES

Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben