Benkos Manhattan-Turm:

Ärger für Austro-Oligarch

Stolz präsentierte René Benkos Signa Holding 2019 den Kauf des New Yorker Chrysler Buildings. Ein Gerichtsverfahren rund um den Wolkenkratzer stellt den Milliardär nun vor Probleme. Eine Geschichte über eine afrikanische Mine, ein brasilianisches Bergbauunternehmen und einen Silberstein-Bekannten.

Wien, 17. Juni 2020 | 2019 erwarb der österreichische Milliardär René Benko, gemeinsam mit der New Yorker RFR Holding, die Hälfte des New Yorker Chrysler Building. Das 319 Meter hohe Gebäude soll Benko kolportierte 150 Millionen Dollar gekostet haben. Ein Schnäppchenpreis für den Tiroler, musste der Voreigentümer Abu Dhabi Investment Council 2008 noch 800 Millionen für 90 Prozent des Gebäudes hinlegen. Aber der Kauf des Chrysler Buildings durch Benkos Signa Holding ist nun Stoff einer brisanten Klage.

René Benkos Chrysler Building.

Eisenerz in Afrika

Der brasilianische Bergbaukonzern Vale schürfte gemeinsam mit einem ehemaligen Geschäftspartner der Signa, Beny Steinmetz, ab 2008 in Guinea Eisenerz. Milliardär Steinmetz erwarb dabei die Schürfrechte und trat einen Anteil an Vale ab. Vale steckte insgesamt rund eine halbe Milliarde Dollar in das Minenprojekt. 2014 verlor das Konsortium jedoch die Schürfrechte wieder.

Der Grund: Guinea wirft Steinmetz vor, afrikanische Entscheidungsträger bestochen zu haben, um an die Rechte zu gelangen. Steinmetz bestreitet diesen Vorwurf. Vale hingegen sieht dies anders. Sie fühlen sich vom israelischen Unternehmer betrogen und startet einen jahrelangen Rechtsstreit gegen Steinmetz. 2019 wird die Steinmetz-Gruppe vor einem Londoner Gericht verurteilt. Zwei Milliarden soll Steinmetz an Vale zahlen. Steinmetz selbst bekämpft das Urteil, Geld an Vale ist noch keines geflossen.

Diamanten-Milliardär Beny Steinmetz

Verdeckt in Immobilien investiert?

Vale will deswegen vor einem New Yorker Gericht die Auszahlung des Geldes erzwingen. Weiters will Vale beweisen, dass Steinmetz verdeckt Geld in amerikanische Immobilien gesteckt habe. Das brasilianische Bergbauunternehmen ist der Meinung, dass Steinmetz einen Großteil der Zahlung über Nysco, die Mutter der Steinmetz-Gruppe, an eine von der Steinmetz-Familie kontrollierte Balda-Stiftung in Liechtenstein transferiert hatte. Von dort soll unter anderem laut Vale auch Geld in Benkos Chrysler Building geflossen sein.

Das Bergbauunternehmen äußert sich gegenüber der ZIB 2 wie folgt zu René Benko:

„Berichten zufolge hat Vale Grund zu der Annahme, dass Rene Benko mit finanzieller Unterstützung von Beny Steinmetz ein Joint Venture mit dem New Yorker Immobilienentwickler RFR eingegangen ist, um das Chrysler Building zu erwerben (…) Vale versucht nun, von Benkos lokalen Partnern in New York weitere Informationen über die Rolle von Steinmetz bei ihren Investitionen zu erhalten.“

Signa: “Geschäftsbeziehungen beendet”

Die Signa Holding erwiderte hingegen keine Geschäftsbeziehungen mehr mit Steinmetz zu pflegen. „Die Geschäftsbeziehungen zwischen SIGNA und der Unternehmensgruppe von Herrn Beny Steinmetz ist bereits seit Anfang 2015 beendet. SIGNA und RFR haben das Chrysler Building in New York erst im März 2019 erworben.“

Die Rechercheplattform Addendum berichtete, jedoch im März 2019, dass Verbindungen zwischen Benko und Steinmetz weiterhin bestehen sollen. Beny Steinmetz wurde 2017 wegen des Verdachts der Geldwäsche vorübergehend in Gewahrsam genommen, interessanterweise gemeinsam mit Tal Silberstein. Laut Addendum soll zwischen den beiden eine Freundschaft bestehen. Benko holte Steinmetz 2013 ins Boot, um die Übernahme von Kauf Karstadt-Kaufhäusern und des Berliner KaDeWe finanziell zu stemmen. 2015 wurde das Geschäftsverhältnis laut Signa beendet.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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