Gastro-Gutscheine:

Adresse schwärzen erlaubt

Bei der Ausstellung der Wiener Gastro-Gutscheine wurde jetzt nachgebessert: Wer den Gutschein bei seinem Wirt einlöst, muss die eigene Haushaltsadresse nicht mitteilen. Ein Twitter-User machte die Stadt Wien darauf aufmerksam – erfolgreich.

Wien, 24. Juni 2020 | Wien ist anders: Um den Neustart von Kaffehäusern, Beisln und Restaurants nach dem Corona-Lockdown wieder anzukurbeln, stellte die Stadt insgesamt 950.000 Wiener Haushalten einen Gastro-Gutschein aus. 25 Euro erhielten Ein-Personen-Haushalte, Mehr-Personen-Haushalte 50 Euro. Wiener Gastro-Betriebe konnten sich für die Aktion anmelden: auf der Gastro-Gutschein-Webseite können die Wienerinnen und Wiener herausfinden, ob sie mit dem Gutschein zu ihrem Stammwirt gehen oder einen neuen kennenlernen können. SPÖ-Bürgermeister Ludwig bedankt sich mit der Aktion bei den Wienerinnen und Wienern für ihr Verhalten während des Lockdowns, das dazu beigetragen habe, dass die Maßnahmen zunehmend gelockert werden konnten.

“Gleichzeitig helfen Sie damit unseren Wiener Gastro-Betrieben. Diese brauchen nach der Corona-Sperre besondere Starthilfe. Mehr als 60.000 Menschen sind in Wien in der Gastronomie beschäftigt und wir wollen um jeden Arbeitsplatz kämpfen”,

schreibt Ludwig auf der Webseite der Wiener Gastro-Gutscheine zu der Aktion.

Wirt konnte zunächst wissen, wo Kunde wohnt

Die Aktion stößt bei den Wienerinnen und Wienern auf großen Zuspruch. Als der Gutschein dann allerdings mit der Post ins Haus flatterte, kam bei einigen Empörung auf: Auf dem Gutschein steht die eigene Wohnadresse, sodass der Wirt diese bei Nicht-Schwärzung erfahren könnte.

Wer den Gutschein einlöst, gibt dem Wirt automatisch seine Adresse bekannt. Das Bild stammt von “Willhaben.at” – einige Wiener wollen sich mit den Gutscheinen etwas dazuverdienen und verkaufen sie unter dem Gutscheinwert auf dem Online-Flohmarkt.

Mit dem Gutschein wäre daher feststellbar, wer (anhand der Adresse) wo (beim Wirt) was (anhand der Rechnungsnummer) konsumiert hat. Einigen Wienern stieß der Gutschein daher schon vor dem Restaurantbesuch sauer auf. Ein Twitter-User empörte sich zunächst auf der Social Media-Plattform:

Etwas gemäßigter wies er dann die Stadt Wien auf die datenschutzrechtliche Problematik hin. Diese reagierte rasch – die Gutscheine seien auch gültig, wenn die Adresse geschwärzt werde.

Wer dem Wirt seiner Wahl also nicht unbedingt die eigene Wohnadresse aufs Auge drücken möchte, kann den Gastrogutschein also schwärzen – dies ändert nichts an seiner Gültigkeit. Aus den “Frequently Asked Questions” (FAQ) der Wiener Gastro-Gutschein-Webseite:

Anonym oder nicht anonym, bleibt also Wahl der Wiener. Mahlzeit!

(lb)

Titelbild: APA Picturedesk

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