Nächster ÖVP-naher Milliardär zahlt trotz Staatshilfe Millionendividende aus

Die Vorgehensweise ist bekannt in ÖVP-nahen Kreisen: Wie KTM-Chef Stefan Pierer schickte auch Wolfgang Leitner, Chef der Andritz Gruppe, seine 3.000 Mitarbeiter in Österreich in Kurzarbeit. An seine Aktionäre und sich selbst will er trotzdem eine Millionendividende auszahlen.

Wien, 24. Juni 2020 | Der achtreichste Österreicher Wolfgang Leitner (geschätztes Vermögen 1,6 Milliarden Euro, Red.) machte 2019 mit seiner Andritz Gruppe 630 Millionen Euro Bilanzgewinn. Dennoch: Die Grazer Andritz Gruppe, einer der größten Konzerne für Maschinen- und Anlagenbau, schickte zum Start der Corona-Krise seine 3.000 österreichischen Mitarbeiter in Kurzarbeit.

50 Millionen Dividende trotz Kurzarbeit

Wie das Online-Portal “kontrast.at” veröffentlichte, soll das Unternehmen des ÖVP-nahen Chefs Leitner nun trotz Staatshilfe 50 Millionen Dividende an seine Aktionäre ausbezahlen! Leitner hält mit 25 Prozent den größten Anteil am Unternehmen, er selbst würde somit 12 Millionen Euro Dividende bekommen. Am 7. Juli soll dies bei der Hauptversammlung beschlossen werden. Neben dem Großspender Stefan Pierer wäre Leitner erneut ein Unternehmer mit ÖVP-Hintergrund, der Staatshilfe durch Kurzarbeit in Anspruch nimmt, jedoch Millionen an Dividenden auszahlt.

ÖVP-nähe unübersehbar

Die ÖVP-Nähe Wolfgang Leitners ist seit Jahren bekannt. Auf ÖVP-Ticket kam Leitner 2015 in das Nominierungskomitee der Staatsholding ÖBIB (mittlerweile ÖBAG, Red.). Das Komitee wählt die Aufsichtsräte der Beteiligungen der Republik, wie etwa Post, OMV und Casinos Austria. Leitner besitzt mit dem ehemaligen ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein zudem eine Pharmafirma. Über das Hotel seiner Frau wurden 10.000 Euro für den ÖVP-Wahlkampf gesponsert. Cattina Leitner soll ebenfalls eine Wunschkandidatin Sebastia Kurz´ für die Spitze in der ÖVP-Steiermark gewesen sein, sie lehnte ab.

Niedrigsteuerländer

Darüber hinaus soll laut “Moment Institut” Leitners Andritz Gruppe Tochterfirmen in Niedrigsteuerländern, gemeinhin als Steueroasen bezeichnet, besitzen. Von den 20 ATX-Konzernen haben laut “Moment Institut” 17 ihren Sitz in Steuerparadisen.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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