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Erdogan-Faschisten attackieren kurdische Frauendemo

Mitten in Wien

Eine kurdische Friedensdemo wurde gestern mitten in Wien von hunderten Faschisten angegriffen. Es entwickelten sich wilde Szenen in Favoriten, Antifaschisten stellten sich den Erdogan-Leuten entgegen. Die Attacken und Einschüchterungen türkischer Faschisten nehmen in ganz Europa zu. Seit 10 Tagen überfällt Erdogan kurdische Gebiete im Nordirak.

Wien, 25. Juni 2020 | Als Reaktion auf die tagelangen, kriegerischen Aggressionen von Erdogan gegen kurdische Gebiete im Nordirak und Syrien demonstrierten gestern mindestens 40 prokurdische Frauen im Wiener Bezirk Favoriten.

Belagerung von autonomem Zentrum

Nach kurzer Zeit versuchten türkische Faschisten allerdings die Demo zu stören und gewalttätig gegen die Friedensdemo vorzugehen. Die Frauen zogen sich daraufhin in das autonome Zentrum „Ernst-Kirchweger-Haus“ (EKH) zurück. Dort wuchs die Faschistengruppe laut Polizeiangaben auf mehrere hundert Personen an. Sie skandierten faschistische Parolen. Die Polizei soll lange untätig gewesen sein, sagen Beobachter.

Antifaschistische Solidaritätsdemo

Die Aggression der Faschisten zog wiederum rund 100 Antifaschisten an, die sich zu einem spontanen Demo-Zug zusammenfanden. Diese zogen später vom 10. Bezirk Richtung Hauptbahnhof. Erst nach 23 Uhr endete die Solidaritätsdemo.

Pikant: Laut antifaschistischen Aktivisten soll erst dann mehr Polizei gekommen sein, nachdem sich solidarische Antifaschisten beim EKH zusammengefunden hatten. Solange faschistische Gruppen den 10. Bezirk unsicher machten, hielt sich die Polizei zurück, so die Darstellung der Antifaschisten. Doch ein Polizeihubschrauber kreiste stundenlang über Favoriten, „unnötigerweise“, finden die linken Aktivisten.

Erdogan-Faschisten werden in Europa aggressiver

Währenddessen berichtet der österreichische Rechtsboulevard von einer „Massenschlägerei“, auch um Stimmung gegen Migranten zu machen, die sich angeblich mitten in Wien prügeln würden. Das waren allerdings plumpe Fake-News, wie die Polizei Wien in einer heutigen Aussendung klarstellte.

Ein türkischer Faschist soll festgenommen worden sein. Die Polizei zog sich erst gegen Mitternacht zurück.

„Derartige Angriffe gegen die demokratische kurdisch-türkische Kräfte in Österreich und in Europa nehmen stark zu. Das beunruhigt viele, das macht Angst. Die trauen sich kaum mehr auf die Straße – und zwar in Wien – um gegen die Menschenrechtsverletzungen des Erdogan-Regimes zu demonstrieren“,

sagt Berivan Aslan, ehemalige Nationalratsabgeordnete der Grünen gegenüber ZackZack. Aslan weiter:

„Diese Art der Angriffe darf nicht geduldet werden. Die Politik ist gefordert, sie muss reagieren.”

Seit mittlerweile zehn Tagen überfällt die Türkei die kurdischen Gebiete im Nordirak. Am Dienstag berichteten unabhängige Medien von einem Drohnenanschlag der Türkei im autonomen kurdischen Rojava. Vier Zivilistinnen kamen ums Leben.

Heute rufen antifaschistische Kräfte zu einer Demonstration um 18 Uhr am Viktor Adler Markt auf.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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