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ÖVP-Spender Braun im Visier

Razzia, Haftbefehl, flüchtige Manager

Die Ereignisse rund um den riesigen Betrugsskandal bei Wirecard überschlagen sich: Der flüchtige Finanzvorstand Marsalek wird per internationalem Haftbefehl gesucht, seit heute Morgen durchsuchen Staatsanwaltschaft und Polizei Büros. Im Visier: ÖVP-Spender und Wirecard-CEO Braun.

München/Wien, 01. Juli 2020 | Die Staatsanwaltschaft München I führt seit heute Morgen Razzien in Büros des Zahlungsdienstleisters Wirecard durch. Zusammen mit Polizisten und IT-Experten werden die Räumlichkeiten durchsucht, unterstützend sind auch österreichische Kollegen mit an Bord. ZackZack hatte über den wohl größten Betrugsskandal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sowie über die Verbindungen des CEO Markus Braun zur ÖVP und Sebastian Kurz berichtet.

Razzien in Deutschland und Österreich

Im Visier der Ermittler sind unter anderen der Firmensitz in Aschheim bei München und zwei Gebäude in Österreich, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Es gehe in erster Linie um die Vorwürfe, die Grundlage der Ermittlungen gegen Ex-Vorstandschef und ÖVP-Spender Markus Braun seien, also unrichtige Angaben und Marktmanipulation in mehreren Fällen.

Der Firmensitz von Wirecard wurde bereits am 5. Juni durchsucht und soll auch heute neben mehreren anderen Wirecard-Büros erneut durchsucht worden sein.

Wo ist der Finanzvorstand?

Besonders im Fokus der Ermittlungen stehen die Verantwortlichen. Markus Braun, der für Sebastian Kurz und „Schattenkanzlerin“ Mei-Pochtler im Beraterstab von „Think Austria“ saß, hatte sich zunächst für 5 Millionen Euro Kaution aus der Haft freikaufen lassen. Doch jetzt droht ihm weiteres Ungemach.

Derweil ist der Finanvorstand des Zahlungsdienstleisters flüchtig. Zunächst hatte es geheißen, Jan Marsalek, der seit Bekanntwerden der fehlenden 1,9 Milliarden auf den Philippen sein soll, werde sich den Behörden stellen. Er suche, so sein Anwalt, noch nach entlastenden Dokumenten. Doch jetzt ist der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Manager wie vom Erdboden verschluckt. Marsalek und Braun gelten als die Hauptakteure im Bilanzfälschungsskandal, sie haben stets alle Vorwürfe bestritten.

(wb/apa)

 

Titelbild: APA Picturedesk

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