Die Maskenpandemie

Ein Irrsinn?

Jetzt, wo die Maskenpflicht zum Teil wieder eingeführt wird, flammt die Diskussion neu auf: Immer mehr renommierte Ärzte kritisieren die Maskenpflicht bzw. das pauschal verordnete Tragen von Masken. Es gäbe keine Evidenz für deren Nutzen. Doch jetzt ist die Blase geplatzt, als selbst der Sonderbeauftragte des Gesundheitsministers bloß von einem „psychologischen Nutzen“ der Masken sprach.

Hinweis: Oft passen nicht alle Infos in einen Artikel. Ein weiterer Bericht zu dem Thema ist noch in Arbeit und wird kommende Woche erscheinen.

Wien, 17. Juli 2020 | Die Liste wird immer länger: Ende April kritisierte der Arzt Christian Fiala das Tragen von Masken im Alltag als „medizinisch gefährlich“. Kurz darauf meldete sich der Innsbrucker Direktor der Uni-Klinik für Innere Medizin kritisch gegenüber einer Maskenpflicht zu Wort, und nur wenige Tage später Franz Allerberger, AGES-Mediziner und Facharzt für Infektionskrankheiten, der auch im Beraterstab der Coronavirus-Taskforce des Gesundheitsministers sitzt. Es gebe

„keinen Beleg für einen Nutzen der Maskenpflicht“.

Zuletzt ging die Kritik von Konstantina Rösch, Ärztin am Universitäts-Klinikum des Landeskrankenhauses Graz, in den sozialen Medien viral. In einer Rede beim „Staatsbegräbnis“ der ICI (Initiative evidenzbasierte Corona-Information) bezeichnete sie Masken als Maulkorb – wer behaupten würde, dass Masken vor Ansteckung schützen würden, der lüge:

Maske vermittelt subjektives Sicherheitsgefühl

Dennoch: Geht man außer Haus, wird man sich des Anblicks kaum verwehren können: Mit Masken verdeckte Gesichter prägen immer noch den Alltag. Selbst unter freiem Himmel tragen immer mehr Menschen den sogenannten „Mund-Nasen-Schutz“. Fragt man die Maskenträger direkt, sagen viele, dass sie sich damit „sicherer“ fühlen. Die Maske vermittelt dem Träger das subjektive Gefühl der Sicherheit. Die Regierung verordnete und verordnet das Tragen von Masken allerdings mit dem medizinischen Argument, die Ausbreitung von Covid-19 würde damit eingedämmt, Menschen würden dadurch das Virus nicht weiter verbreiten.

So wird in den Empfehlungen zum Tragen von MNS des Gesundheitsministeriums argumentiert.

Bei genauerer Betrachtung fehlt allerdings die notwendige Evidenz, wie Kritiker anmerken: selbst der Sonderbeauftragte des Gesundheitsministers, Clemens Martin Auer, sprach vergangene Woche nur noch vom „psychologischen Nutzen“ der Masken.

„Ist die Angst übertrieben?“

Unter diesem Titel lud Moderator Michael Fleischhacker zu „Talk im Hangar“, dem Servus-TV-Sendungsformat, um mit seinen Gästen über Masken zu diskutieren. Martin Sprenger, bekannt als Ex-Mitglied des Corona-Stabs der Regierung und jetzt scharfer Kritiker der Corona-Maßnahmen der Regierung, die Grazer Ärztin Konstantina Rösch und Clemens Martin Auer, Sonderbeauftragter des Gesundheitsministers, diskutierten über die vorhandene bzw. nicht vorhandene Evidenz zum Thema Mund-Nasen-Schutz – mit einem erstaunlichen Ergebnis.

„Ich bin überzeugt davon, dass es eine sinnvolle Maßnahme ist.“,

verteidigte Auer die Verordnung einer Maskenpflicht gegenüber den Fragen Fleischhackers sowie den gegenteiligen Statements von Konstantina Rösch. Dabei sprach Auer allerdings selbst von „dünner Evidenz“ – und schließlich gab er zu, dass es sich bei einer verordneten Maskenpflicht um eine rein psychologisch begründete Maßnahme handle.

Sonderbeauftragter Auer: Keine sachlichen Gründe für Maskenpflicht

Die Masken seien ein „Mittel der Psychologie der Aufmerksamkeit“:

„Wir beobachten, dass viele Menschen sich dem Virus gegenüber leichtsinnig verhalten. Insofern ist es wichtig, dass präventive Maßnahmen greifen – und die Maske ist ein wirklich gelindes Mittel.“

Pikant: Dies wurde den Österreichern so allerdings zu keinem Zeitpunkt mitgeteilt. Auer hatte bereits kurz zuvor im Interview mit der deutschen „Welt“ gesagt, die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Oberösterreich habe „rein psychologische Gründe“. Sachlich gebe es keinen Grund, dass Kunden zum Beispiel in Geschäften Masken tragen – denn:

„Es gibt keinen Fall, bei dem sich Menschen in Geschäften angesteckt haben“.

Masken behindern CO2-Abatmung

Konstantina Rösch sagte in der Sendung hingegen: Es sei nicht bewiesen und nicht evident, dass die Maske „vor irgendetwas schützt“. Und es habe einen „guten physiologischen Grund“, warum der Mensch CO2 über die Atmung ausscheide. Dies werde allerdings durch die Maske behindert, was im Rahmen einer Dissertation über OP-Masken hinreichend erforscht wurde.

Rösch weist nicht als erste auf die gesundheitlichen Risiken des Maskentragens hin:

„Vielen Menschen geht es mit der Maske nicht gut. Wenn die Abatmung behindert ist, atmet man das CO2 rück, es kommt zu Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, im schlimmsten Fall kann man bewusstlos werden.“

Arzt Fiala: Tragen von Masken „kontraproduktiv“

Warum wird eine Maskenpflicht überhaupt angeraten? Masken sollen, wie es auch in den Richtlinien zum Tragen von MNS des Gesundheitsministeriums begründet wird, verhindern, dass kranke oder auch nur hustende Menschen die Erreger nicht ungebremst weit verstreuen.

„Aber Menschen, die krank sind, sollten zu Hause bleiben – die sind ja leicht zu identifizieren“,

so Christian Fiala, Arzt und Mitbegründer der ICI, im Gespräch mit zackzack: “Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Masken die Ausbreitung wenig bis gar nicht verhindern”. Dabei spricht er auch die weithin vernachlässigte Unterscheidung zwischen Erkrankten und Infizierten an. Wie wir in Ischgl gesehen haben, sind die meisten Covid-19 Positiven gar nicht krank. Dass gesunde, symptomfreie Menschen im Alltag Maske tragen sollten, hält Fiala auf Grund der bekannten wissenschaftlichen Studien nicht nur für sinnlos, sondern auch potenziell gefährlich. Problematisch beim Maskentragen sei einerseits die erhöhte CO2-Konzentration, andererseits die Ansammlung und „Züchtung von Erregern und Keimen im feucht-warmen Milieu der Masken, die dann wieder eingeatmet werden“.

Fiala kritisiert insbesondere das Fehlen von Hinweisen auf Studien und Fachliteratur im öffentlichen Diskurs. Die Verordnung der Maskenpflicht sei zwar medizinisch begründet worden, die Regierung habe aber keinerlei wissenschaftliche Grundlagen, Studien oder Erfahrungen zur Sinnhaftigkeit und zu möglichen negativen Auswirkungen angeführt.

(lb)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

AKTUELLES

Link zu: InlandLink zu: Kommentare
Link zu: AuslandLink zu: Leben

ZackZack braucht dazu eine starke Basis:

DICH

Auf dem Boulevard fahren alle rechts in dieselbe Richtung. Wir sind der erste Gegenverkehr.

Schließen