Projekt Safe-A: Geht es um Gesundheit oder Freunderlwirtschaft?

Kommentar

Solange die WKO für die Bewältigung der Coronakrise zuständig ist, gibt es statt Krisenmanagement Freunderlwirtschaft. Was hat die Mahrer-Kammer in der Bewältigung einer nationalen Herausforderung verloren?

Thomas Walach

29. Juli 2020 | Über 40 Milliarden Euro, rund neun Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung: So wichtig ist der Tourismussektor für Österreich. Geht der Tourismus baden, spült es das Land den Bach runter. Gleichzeitig ist kaum ein Wirtschaftssektor so sehr von der Coronakrise betroffen wie das Geschäft mit den Urlaubern.

WKO: Gescheitert bei Corona-Entschädigungen, gescheitert bei Teststrategie

Grund genug, das Konzept zum Schutz der Gäste wirklich ernst zu nehmen – sollte man meinen. Doch anstatt die Rettung des Tourismus in der Regierung zur Chefsache zu machen, überträgt man das Management der WKO und damit jener Organisation, die schon die Auszahlung der Corona-Entschädigungen vollkommen verbockt hat. Mit an Bord: Die übliche Auswahl an Beratern, türkisen PR-Spezialisten und Einflüsterern von McKinsey bis Schütze. Sie sorgten gemeinsam dafür, dass die Teststrategie komplett scheiterte.

Außer vollmundigen Ankündigungen passierte wenig. Die versprochene Anzahl von 65.000 Tests pro Woche wurde nicht einmal im Ansatz erreicht. Dennoch wurden Labore, die nicht zum auserwählten Freundeskreis gehörten, rausgedrängt. Leitlinien oder Strategien für betroffene Betriebe? Fehlanzeige. St. Wolfgang entwickelt sich zu Ischgl 2, die Sommersaison könnte gelaufen sein. Und auch die kommende Wintersaison steht auf dem Spiel. Imageverlust, Umsatzeinbußen, Betriebsschließungen und vor allem Arbeitslosigkeit sind die Folge.

Es geht nicht um Gesundheit, es geht um unser Geld

Der WKO geht es nachweislich nicht um die Gesundheit der österreichischen und ausländischen Gäste. Jugendherbergen und einige andere Betriebe im stark betroffenen Gebiet im Salzkammergut bekommen keine Tests. Begründung: Die gibt es nur für WKO-Mitglieder.

Wer hat die WKO berechtigt, aus Steuergeldern statt Krisenbewältigung eine Mitgliederaktion zu finanzieren? Ministerin Elisabeth Köstinger. Sie lässt sich von Mahrer und Konsorten benutzen, um Steuern in ein Freunderlnetzwerk zu pumpen. Das wäre an sich schon schlimm genug. Es geht aber diesmal nicht nur um Anstand, sondern auch um zwei weitere wirklich wichtige Dinge: Die Gesundheit tausender Gäste und jene der Tourismuswirtschaft.

Titelbild: APA Picturedesk

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