Mit dem (H)Ampelmännchen von Ischgl nach St. Wolfgang

Kickl kommentiert

Österreich soll nun eine Corona-Ampel bekommen, die uns anzeigen soll, ja was eigentlich? Und wie lange wird die kunterbunte Farbauswahl dauern, wenn das Zahlenmaterial erst von einer Kommission evaluiert werden muss?

Wien, 01. August 2020 | Wir kennen sie bereits zur Genüge und mittlerweile eher vom Wegschauen: die Pressekonferenzen mit der Ankündigung der Ankündigung zur Ankündigung. Nun ist also die Corona-Ampel „für den Herbst“ angekündigt, als Teil eines 17-Punkte-Programms.

Bisher humpelte man mit freiwilligen Tests am Köstinger-Mahrer-Weg von Ischgl nach St. Wolfgang. Wen wundert es, wenn sich kaum jemand aus freien Stücken testen lassen will, wenn er zum einen das Ergebnis erst nach fünf bis sechs Tagen erhält und es zum anderen keine klaren Regeln gibt, was im Falle einer positiven Testung zu geschehen hat?

Die Krise und ihre Gewinnler

Hinter dem bisher im Corona-Nebel „auf Sicht“ tuckernden Regierungsschiff eröffnet sich langsam das Bild eines türkisen Freunderlnetzwerks, das vom ORF-Stiftungsrat über die ungewöhnlich mildtätige Beratungsfirma McKinsey bis hin zur Chuzpe eines vervierfachten PR-Budget für den stets gut frisierten Kanzler reicht.

Hatten viele von uns zu Beginn der Corona-Krise noch die Hoffnung, dass die Krise zu mehr Zusammenhalt, zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Wirtschaft führen wird, so entpuppt sich immer mehr der gegenteilige Effekt. Die Krisengewinnler scheinen allerorts ausgerückt, um noch rasch zu retten, wo es etwas zu profitieren gibt.

Donnerstag war einmal

Glücklicherweise hält sich der Aufruhr in der Bevölkerung in Grenzen, agiert doch der ausnehmend sympathische, ja beinahe herzige Rudi Anschober anstelle seiner kreischenden, blauen Vorgängerin. Da sieht man auch gerne über verfassungswidrige Verordnungen, eine Pseudo-Teststrategie, chaotische Erlässe und eine angekündigte Ampel ohne konkreten Inhalt hinweg.

Für Black Lives Matter hatten sich spontan 50.000 Menschen gefunden, die auf die Straße gegangen sind. Das berühmt gewordene „Basti Ciao Ciao Ciao“ der Donnerstagsdemos ist vom grünen Winde verweht, weil doch jetzt alles „ganz anders und überhaupt viel besser“ ist. Möge das grüne (H)Ampelmännchen noch lange stehen und seinen Schatten über die Türkisen werfen. Im Dunkeln lässt sich nämlich besonders gut gewinnlerisch munkeln.

Daniela Kickl

Der Kommentar gibt nicht die Meinung der Redaktion, sondern ausschließlich der Autorin wieder.

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Titelbild: APA Picturedesk

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