Trump mit absolutem Katastrophen-Interview

Donald Trump ist felsenfest davon überzeugt, dass die USA gut in der Corona-Krise dastehen. Die Zahlen sprechen jedoch eine andere Sprache. Ein Interview auf dem Sender HBO konfrontierte den US-Präsidenten nun mit den Zahlen. Vor laufender Kamera wurde der „Commander in Chief“ bloßgestellt.

Wien, 04. August 2020 | Mit 4,7 Millionen Infizierten und mehr als 150.000 Toten bei einer Population von 328 Millionen Einwohnern sind die USA besonders hart vom Coronavirus getroffen. Eine Tatsache, die der US-Präsident Donald Trump noch nicht wirklich ins Auge sehen will.

Während eines Interviews mit dem US-TV-Sender HBO prahlte Trump, dass die Zahlen in den USA „niedriger als in der ganzen Welt und niedriger als in Europa“ seien. Trump brachte sogar Statistiken und Graphen mit, die dies belegen sollten. Der verdutzte Interviewer Jonathan Swan fragte nach und wollte sich die mitgebrachten Unterlagen für die Lobpreisungen Trumps ansehen.

“Das können Sie nicht tun!”

Nach einem kurzen Blick über die Zettelwirtschaft Trumps stellte Swan fest:

“Sie reden von Toten in Proportion zur Anzahl der Infizierten, ich spreche von Toten in Proportion zur Bevölkerung – und da stehen die USA wirklich schlecht da. Viel schlechter als Südkorea, Deutschland.”

Trump sichtlich auf dem falschen Fuß erwischt konterte mit: „Das können Sie nicht tun!“ Swan wiederum: „Warum kann ich das nicht tun?“

Trump verliert sich in seiner Zettelwirtschaft

Händeringend versuchte Trump das Gespräch zu retten. Wild blätternd durch seine Mitschriften, wiederholte er, dass man nach den Corona-Fällen zu gehen habe. Swan erwiderte: „Warum nicht nach der Einwohnerzahl?“ Trump verlor gänzlich den Faden, als Swan ihn mit den Zahlen aus Südkorea, das bedeutend weniger Corona-Tote hat, konfrontierte. So fragte Trump: „Das wissen Sie nicht!“ Swan wollte daraufhin wissen, ob Trump denke, dass Südkorea seine Zahlen verfälsche. Trump wollte darauf aber nicht eingehen und ging zum wiederholten Male auf seine mitgebrachten Statistiken ein. Als Trump behauptete, die Todesopfer pro Tag würden wieder deutlich niedriger sein als zuvor, korrigierte Swan den Präsidenten abermals. Die Todeszahlen würden nach einem anfänglichen Sinken nun wieder deutlich steigen. 1.000 Corona-Tote beklagen die USA derzeit täglich.

In den sozialen Netzwerken verbreitet sich das Desaster-Interview des Präsidenten mittlerweile wie ein Lauffeuer. Fast acht Millionen Aufrufe erreichte das Video in wenigen Stunden auf Twitter.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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