Konto von Nawalny-Verbündeter millionenfach überzogen

Putin-Kritiker in Ruin getrieben?

Während Alexej Nawalny in der Charité im Koma um sein Leben kämpft, hat seine Verbündete Lyubov Sobol ebenfalls schwer zu kämpfen. Die Putin-Kritikerin sieht sich mit starken Kontenüberziehungen konfrontiert. Dahinter steckt wohl „Putins Koch“ Prigoschin.

 

Moskau, 01. September 2020 | Mit minus 34 Millionen Rubel (ca. 385.000 €) am Konto wachte die Juristin und Produzentin des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny am Montagmorgen auf, wie sie mit in einem auf Twitter veröffentlichten Screenshot ihres Bankkonten mitteilte. Die Summe soll dem russischen Oligarchen und Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin, auch bekannt als „Koch Putins“, zugutekommen. Behörden hätten laut „orf.at“ die Konten überzogen.

Sobols Finanzen im fetten Minus. Screenshot Twitter.

Putin-Gegnerin soll finanziell ruiniert werden

Hintergrund: Im Oktober vergangenen Jahres klagte der Anbieter von Schulverpflegung „Moskowsky Schkolnyk“ („Moskauer Schüler“), der Putin-Freund Prigoschin nahestehen soll, die Kreml-Kritiker Alexej Nawalny, Lyubov Sobol und die Antikorruptionsstiftung FBK wegen Verleumdung und Rufschädigung auf 88 Millionen Rubel Schadensersatz. Jewgeni Prigoschin wird nachgesagt, die Verpflegungsfirma zu kontrollieren.

Der Vorwand für die Millionenstrafe dürfte die digitale Verbreitung eines Berichts der FBK, in dem der Verpflegungsfirma vorgeworfen wird, Kinder in Schulen und Kindergärten zu vergiften, gewesen sein. Pikant: ausgerechnet Nawalny liegt wegen mutmaßlich politisch angeordneter Vergiftung im Koma. Die Auskunft über die Vorwürfe gegen ihn selbst soll Nawalny von einer ehemaligen Mitarbeiterin gekriegt haben.

Infolgedessen kam es, abgesehen von der Aufforderung zu Schadensersatz, auch zu einer Anordnung an die Stiftung, den Bericht zurückzuziehen. Prigoschin streitet jegliche Verbindung zu „Moskowsky Schkolnyk“ ab und behauptet, nur für den Nahrungslieferanten „Konkord“ zuständig zu sein.

Weitere Drohung gegen Nawalny

Prigoschin soll sich auf einem Rachefeldzug gegen Nawalny, Sobol und FBK befinden. Experten zufolge habe er es sich zur Aufgabe gemacht, sie in den finanziellen Ruin zu treiben. Damit sie in seiner persönlichen Schuld stehen, habe er „orf.at“ zufolge sogar die Strafzahlung der Oppositionellen an „Moskowsky Schkolnyk“ übernommen.

„Ich habe mir vorgenommen die Mitglieder dieser Gruppe von gewissenlosen Menschen von Kopf bis Fuß auszuziehen. (…) Sollte Nawalny überleben dann wird er sich nach voller Härte der russischen Gesetzgebung verantworten müssen.“

(nb)

 

Titelbild: APA Picturedesk

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