Kükenschreddern in Deutschland ab 2022 verboten

Keine Bewegung bei Türkis-Grün

Deutschland hat einen Plan, wie das Schreddern von männlichen Küken zu beenden ist. Ab 2022 soll diese Praxis verboten sein, dann wird im Ei das Geschlecht bestimmt – und männliche Küken werden nicht mehr schlüpfen.

 

Berlin/Wien, 12. September 2020 | Ab 2022 soll das Massen-Schreddern frisch geschlüpfter, männlicher Küken verboten werden. Die neue Regelung in zwei Jahren: Noch im Ei soll das Geschlecht der Hühner bestimmt werden, männliche Küken werden dann gar nicht erst schlüpfen.

Gar nicht erst schlüpfen

Im Jahr 2024 soll es dann weitere Regulierungen geben: Der Gesetzentwurf, den die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch in Berlin vorstellte, sieht noch eine zweite Stufe vor: Ab Jänner 2024 müssen Methoden angewandt werden, die vor dem siebenten Brut-Tag greifen.

Denn ab diesem Tag empfänden Hühnerembryonen Schmerz, heißt es im Gesetzentwurf.

45 Millionen geschredderte Küken jährlich

Der deutschen Opposition ist das zu wenig: Es soll demnach nicht bis 2022 gewartet werden, stattdessen verlangt man ein sofortiges Verbot. Die neue Technologie, im Ei das Geschlecht der Küken zu bestimmen, sei schon da. Dass keine gesamteuropäische Lösung umgesetzt wird, stößt den Oppositionsparteien ebenfalls sauer auf.

In Deutschland werden aktuell 45 Millionen männliche Küken jährlich getötet. Auch in Österreich fallen Millionen Hühner-Babys jedes Jahr dem Schreddern zum Opfer. Und kein Ende ist in Sicht: Im Juni brachte die SPÖ einen Antrag auf ein Verbot im Parlament ein, dieser wurde mit türkis-grüner Mehrheit aber abgelehnt.

(ot/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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