Martin Ho geheimer Kurz-Berater?

Nach Corona-Drogen-Party: Einladung ins Kanzleramt

Martin Ho hat die berüchtigte Corona-Drogen-Party mitorganisiert. Danach lud Kurz ihn ins Kanzleramt ein, um Corona-Regeln für die Nachtgastro festzulegen.

 

Wien, 15. September 2020 | Freitag, 1. Mai: In Martin Hos Lokal „Dots im Brunnerhof“ steigt die mittlerweile berüchtigte Corona-Drogen-Party. Die Polizei löst die Feier nach einer Razzia auf, alle Medien berichten. Ho will davon nichts gewusst haben, sein Koch habe die Party ohne Hos Wissen organisiert. Der Chef selbst sagt Medien, er habe an diesem Tag schon um 20 Uhr geschlafen.

Einladung ins Kanzleramt

Doch das stimmt wohl nicht. Informationen, die ZackZack vorliegen, zeigen: Gastro-Multi Ho war voll in die Planungen involviert, setzte sogar Preise fest. So soll eine Wodka-Flasche bei der Party 200 Euro gekostet haben, eine Sushi-Platte gab es schon für 150 Euro.

Nur einen Tag später telefonierte Ho mit Bundeskanzler Sebastian Kurz, um die mediale Aufregung zu besprechen. Davon unbeeindruckt, bat Kurz seinen Freund Martin Ho, ein Konzept für das Hochfahren der Nachtgastronomie zu erarbeiten. Dazu lud er den Gastronomen persönlich ins Bundeskanzleramt ein. Ob Ho dieser Einladung folgte, ist nicht bekannt. Gegenüber ZackZack wollte er sich nicht äußern, genauso wenig wie der Bundeskanzler.

Sebastian Kurz selbst bestreitet per Anfragebeantwortung (Anfrage von Philip Kucher, SPÖ), dass es einen solchen Termin im BKA gegeben hat. Der Kanzler bestätigt aber indirekt die Teilnahme Hos an Gesprächen:

(Screenshot parlamentarische Anfragebeantwortung von Kurz, 25. August, S. 5)

Zwischen Expertengruppe und Corona-Partys

Auch von Tourismusministerin Elisabeth Köstinger gibt es eine Antwort auf die Anfrage. Darin heißt es, „eine Gruppe von Nachgastronominnen und Nachgastronomen“ habe sich zusammengeschlossen, um Vorschläge einer Wiedereröffnung für die Branche zu erarbeiten. Auch die Nutzung der Corona-App soll dabei befürwortet worden sein.

Martin Ho hatte Mitte Juni in einem „Kurier“-Interview getönt, die „Expertengruppe“ könne sich vorstellen, Clubs unter der Voraussetzung aufzusperren, dass die Gäste die mittlerweile gescheiterte Corona-App benutzen würden.

Der Gastronom trotzt der Pandemie und lässt bis zum Umfallen feiern – trotz mehrmaliger Verstöße gegen die Corona-Verordnungen, wie unter anderem „oe24“ berichtete. Ein Insider habe dem Blatt mitgeteilt, dass das elitäre Lokal “Club X” am Freitag bis um 2 Uhr morgens noch voll gewesen sein soll.

Wer ist Martin Ho?

Neben Speiselokalen und Bars hat Ho auch noch Clubs, darunter die berühmte Pratersauna. Diese soll sich mit einem Trick über die Corona-Verordnungen hinwegsetzen: Ho macht aus Pratersauna-Partys einfach private Veranstaltungen. Wie „kontrast.at“ berichtete, müssen Gäste ein Ticket um 15 Euro erwerben, damit sie Teil der „geschlossenen Gesellschaft“ sind und bis 4 Uhr morgens ein rauschiges Fest feiern können. Während viele kleinere Lokale vor dem finanziellen Ruin stehen, kann sich der Kanzler-Gastronom wohl entspannt zurücklehnen.

Martin Ho gilt als enger Kurz-Vertrauter. Während des Wahlkampfes 2019 war er in die Schlagzeilen gelangt, als die Online-Plattform „zoom“ über Drogenhandel in Hos „Club X“ berichtet hatte. Der Plattform zufolge soll Sebastian Kurz, den Ho angeblich „Bruder“ nennen soll, dort Stammgast gewesen sein.

Wegen mutmaßlichen Drogenhandels in Lokalen von Martin Ho hatte die Staatsanwaltschaft Wien (StA) laut dem deutschen Magazin „Stern“ ein Verfahren eingeleitet, das aber laut StA mittlerweile abgebrochen wurde. Grund: es gebe keine Ermittlungsansätze. Das überrascht einen Zeugen: Er wurde selbst mehrmals dabei gefilmt, als er bei einem Dealer in der Pratersauna Kokain und Ecstasy kaufte. Das Videomaterial soll den Ermittlern vorliegen. Auch der den Ermittlern bekannte Käufer wurde in dem Verfahren nicht als Beschuldigter geführt. Ermittelt wurde lediglich gegen Unbekannt.

In einem anderen Medienverfahren sollte laut Online-Plattform “zoom” zudem die Ladung von Kanzler Kurz als Zeugen erwirkt werden. Insidern zufolge stockt das Verfahren aber derzeit. Wegen Corona?

(wb)

Titelbild: APA Picturedesk

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