Tiroler WK-Bezirksobmann Ischia tritt nach Rassismus-Post zurück

Die Vorverlegung der Sperrstunde auf von 1 auf 22 Uhr kommt Gastronomen sehr ungelegen. Das verdeutlichte der Bezirksobmann der Wirtschaftskammer Tirol in seinem gestrigen Facebook-Post. Seine rassistische Wortwahl sorgte für Aufregung. Jetzt tritt Ischia zurück.

 

Wien, 23.September 2020 | In seinem gestrigen Beitrag auf Facebook äußerte sich Karl Ischia zur Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr und kritisierte, dass die „Somalier-, Türken-, Jugo- und Hipsterclubs“ die zu vielen Infektionen geführt hätten, nicht zugesperrt werden. Diese fremdenfeindliche Ausdrucksweise erntete so viel Kritik, dass er den Beitrag entfernte und sich in einem weiteren Beitrag – der auch wieder entfernt wurde – rechtfertigte und schlussendlich seine Position ablegen musste. Eine öffentliche Entschuldigung für die diskriminierenden Worte? Bisher Fehlanzeige.

Nicht nur „Somalier, Türken, Jugos und Hipster“

Ischias Kritik galt wohl dem Lokal „Queensclub“, der für besonders viele Infektionen verantwortlich sein soll. Ebenfalls in Ischias Fadenkreuz: Eine Techno-Party in der Innsbrucker Sillschlucht mit über 1000 Gästen – die „Hipster“.

Beim „Queensclub“ handelt es sich um einen „Balkanschuppen“ mit entsprechendem Klientel. In den Sommermonaten war das der einzige Hotspot für Partys, die über die Sperrstunde gingen. Ein dementsprechend breiter gefächertes Klientel hat sich in den Sommermonaten dort aufgehalten. Ironischerweise ist die Familie Ischia im Besitz des Gebäudes, in dem sich der „Queensclub“ befindet.

Zorn der Familie

Der Name Ischia ist in Tirol und vor allem in Innsbruck nicht unbekannt. Neben zahlreichen Hotels in Innsbruck besitzt Familie Ischia auch ein Lebensmitteltransportunternehmen und ist in der Gastronomie tätig. Karl Ischia hatte noch bis vor wenigen Stunden bei der Wirtschaftskammer Tirol die Position als Bezirksobmann inne. Insider sagen, dass die Gastromenfamilie über die Äußerungen ihres prominentesten Mitglieds nicht gerade glücklich sein soll.

(nb)

Titelbild: APA Picturedesk

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