Spioniert Instagram durch Smartphone-Kamera?

Facebook (wieder) verklagt

Facebook wird von einer Instagram-Nutzerin verklagt: Der Social-Media-Riese soll Nutzer über ihre iPhone-Kameras ausspioniert haben. Im Juli bemerkten Nutzer, dass ein grünes „FaceTime“-Symbol leuchtet, als sie durch ihren Instagram-Feed scrollten.

Wien, 28. September 2020 | Die Klage, die letzte Woche von der Instagram-Nutzerin Brittany Conditi aus New Jersey in den USA eingereicht wurde, besagt, dass der Zugriff von Facebook auf die Smartphone-Kamera es der App ermöglicht, “lukrative und wertvolle Daten über ihre Nutzer zu sammeln, auf die sie sonst keinen Zugriff hätte”, so berichtet das US-amerikanische Business-Magazin „Bloomberg“.

Der Sachverhalt ist vielen Nutzern bereits im Juli aufgefallen. In der Beta-Version des iPhone-Betriebssystems iOS 14 war es nämlich möglich, die Kamera-Aktivität über ein Hinweislicht im Auge zu behalten. Instagram-Nutzer bemerkten daraufhin, dass dieses Licht auch leuchtete, wenn sie durch die Fotosharing-App Instagram scrollten.

Nur ein Systemfehler? Nutzerin lässt nicht locker

Der Tech-Riese Facebook lehnte die Vorwürfe ab und redete sich gegenüber „Bloomberg“ mit einem Bug heraus, also einem Fehler in der App, der “fehlerhafte Benachtichtigungen“ auslöste. Dieser Fehler wurde angeblich wieder behoben.

Diese Erklärung war für die Instagram-Nutzerin Conditi nicht genug. Sie reichte die Klage bei einem Bundesgericht in San Francisco ein. Demnach wirft sie Facebook vor, mithilfe von Instagram „äußerst private und vertrauliche personenbezogene Daten über ihre Benutzer zu sammeln, auch in der Privatsphäre ihres eigenen Zuhauses“ – und das mit Absicht.

Datenschutzmissbrauch von Facebook nichts Neues

Der Vorwurf, dass es sich bei sozialen Netzwerken um regelrechte Datenkraken handeln soll, kommt immer wieder auf. Schließlich geben Milliarden von Nutzern freiwillig umfangreiche Informationen über sich selbst Preis. Aus diesen lassen nicht nur genaue Gewohnheits-Profile erstellen, sondern mittlerweile auch regelrechte Gesundheitsakten.

In einer im letzten Monat eingereichten Klage wurde Facebook vorgeworfen, Gesichtserkennungstechnologie eingesetzt zu haben, um die biometrischen Daten seiner mehr als 100 Millionen Instagram-Nutzer illegal zu sammeln. Facebook bestritt die Behauptung und sagte, dass Instagram keine Gesichtserkennungstechnologie verwendet, so heißt es. Die vorliegenden Klagen gegen Facebook gehen über das zulässige Sammeln von Daten weit hinaus. Gerade im jüngsten Fall würde Facebook tief in die Privatsphäre seiner Nutzer eingreifen, ohne, dass diese überhaupt davon gewusst hätten oder es jemals mitbekommen würden.

In Europa: Kampf gegen Facebooks Datenkrake

Wie ZackZack bereits berichtete, will die europäische Regulierungsbehörde wegen dem Datenexport von Facebook in die USA vorgehen, um der Datenkrake den Kampf anzusagen. Im Gegenzug drohte der Konzern damit, seine Dienste von mehr als 400 Millionen europäischen Nutzern zu entziehen, sollte Europa die Regulierungen nicht aufheben. Nach einem Urteil  des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) teilte die irische Datenschutzbehörde mit, dass sich Facebook nicht mehr auf Vetragsklauseln berufen darf, um die Nutzer-Einwilligung zum Datentransfer in die USA abzuholen. Auch Instagram soll es hierbei an den Kragen gehen.

(jz)

Titelbild: Pixabay

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