Versuchte Novomatic, seine Aussage zu kaufen?

Ex-Rapid-Goalie im U-Ausschuss

Peter Barthold, Ex-Rapid-Goalie und ehemaliger Novomatic-Geschäftspartner, packte heute aus. Die Novomatic soll ihm Geld geboten haben, um “richtig” im U-Ausschuss auszusagen.

 

Wien, 29. September 2020 | Die Novomatic soll Peter Barthold, Auskunftsperson am Mittwoch im U-Ausschuss, Hunderttausende Euro geboten haben, damit dieser die Novomatic nicht belastet. Zahlt “die Novomatic alle“? Auf den wichtigen Novomatic-Zeugen Peter Barthold könnte das nach dessen Angaben zutreffen.

Auch poltische Mitwisser?

„20 – 40 Prozent von 800.000 Euro” seien Barthold am Sonntag in einer Autobahn-Raststation angeboten worden. Ein Novomatic-Mittelsmann hätte ihm nahegelegt, im Ausschuss stillzuhalten. Das wäre in etwa jene Summe, die Barthold für seinen Privatkonkurs braucht. Ein Novomatic-Verbindungsmann soll ihn dann zu einem Anwalt geschickt haben, der den Privatkonkurs für Barthold abwickeln würde. Jedoch habe es nur eine mündliche Zusage gegeben. Zwar habe er auch eine Liste mit Antworten für seine Befragung bekommen, letzlich sei der Deal aber nicht zustande gekommen.

Der Ex-Rapid-Goalie hat einen jahrelangen gerichtlichen Streit mit Novomatic hinter sich. Trotzdem soll eine politisch relevante Person von den Interventionsversuchen gewusst haben, doch wer das war, wurde nicht bekannt. Das sei nicht Untersuchungsgegenstand, sagte Barthold, der allerdings auch um seine Sicherheit fürchtet, sollte er den Namen nennen.

Massive Interventionen bei Medien?

Im Vorfeld der Ladung Bartholds war offenbar massiv in mehreren Medien politisch interveniert worden. Barthold selbst sprach von “Fake News” und “Hetzartikeln”, die in einem bestimmten Blatt – gemeint ist wohl “Österreich” bzw. “oe24” – erschienen seien.

Die Zeitschrift „News“ erregte mit ihrer aktuellen Ausgabe Aufsehen: so soll ein Cover mit einer Story über den „Kronzeugen“ kurzerhand noch umgeändert worden sein. Jedenfalls legt dies ein Tweet von „Falter“-Chefredakteur Florian Klenk nahe.

Das Portal „oe24“ hatte indes im Vorfeld des Ausschusses die Glaubwürdigkeit Bartholds infrage gestellt. So schrieb das Blatt: „Im Mittelpunkt der U-Ausschuss-Woche steht kommenden Mittwoch eine der dubiosesten Figuren der Glücksspiel-Szene, der ehemalige Fußball-Torwart Peter Barthold.“

Während der Befragung veröffentlichte ein Novomatic-Lobbyist auf seiner Plattform einen Aritkel der sowohl Barthold, als auch die Opposition diffamiert. ÖVP-Gerstl brachte diesen Artikel sofort im Ausschuss ein. Er glaubte, die NEOS hätten den Ex-Rapid-Goalie beeinflusst. Ob er mit Fraktionen seine Aussage abgesprochen hätte? “Mein Statement hab ich nur mit einem Novomatic-Lobbyisten besprochen”, stellte Barthold ÖVP-Gerstl kalt. Die Novomatic hätte eine Laudatio haben wollen, unter anderem mit dem Satz: “Die Novomatic war immer ein fairer Partner zu mir.”

(wb/tw/to)

Titelbild: APA Picturedesk

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