Extinction Rebellion

Klimaaktivisten mit Blockade bei “oe24”-Haus

Die Klimaaktivisten von Extinction Rebellion haben am Donnerstagabend eine weitere Aktion in Wien gestartet. Unweit des Karlsplatzes installierten nach Angaben der Organisation etwa 100 Protestierende eine technische Blockade. Unter anderem wird ein Klima-Bürgerrat gefordert.

Wien, 02. Oktober 2020 | Eine seit Donnerstagabend laufende Blockade der Klimaaktivisten von Extinction Rebellion (XR) im Bereich des Karlsplatzes in der Wiener Innenstadt haben die Aktivisten auch über Nacht fortgesetzt. In der Friedrichstraße Ecke Operngasse harrten in der Früh laut Polizei rund 30 Demonstranten aus und blockierten den Bereich teilweise. Auch eine technische Sperre war errichtet worden. Die Aktivisten erhoffen sich unter anderem ein Gespräch mit Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

Kein Grund zur Auflösung des Klimaprotests

Laut Polizeisprecher Markus Dittrich war ein Grund für die Auflösung der Versammlung bis heute Morgen nicht vorhanden.

“Das Versammlungsrecht geht vor gegenüber einer Verwaltungsübertretung, die eine nicht angemeldete Versammlung darstellt”,

erläuterte Dittrich. Der öffentliche Verkehr durfte die Blockade passieren. Es gebe derzeit auch keine unzumutbare Belastung für den Individualverkehr. Der ÖAMTC-Informationszentrale lagen in der Früh keine Meldungen über Staus in größerem Ausmaß vor.

Die Demonstranten, die unter anderem die Einrichtung von Experten beratenen Klima-Bürgerräten fordern, blieben die Nacht über an Ort und Stelle. Anders als auf dem Michaelerplatz zu Beginn der Woche errichteten sie diesmal keine Zelte, sondern harrten bei kühlen Temperaturen im Freien aus. In einer Aussendung kündigten sie in der Früh an, zu bleiben um eine politische Zusage für die Einrichtung der Bürgerräte zu erreichen. Die angeketteten Aktivisten würden sich erst entfernen, wenn drei Nationalratsabgeordnete “für ein Gespräch auf Augenhöhe die Kundgebung besuchen”, so XR in der Aussendung.

“Die Situation ist ernst. Wir fordern von der Bundesregierung, die Klimakrise endlich ernst zu nehmen, die Bevölkerung entsprechend zu informieren und ähnlich wie in Frankreich einen gelosten BürgerInnen-Rat zu etablieren”,

so die zentrale Forderung von XR.

Die Blockade am Karlsplatz, in der Nähe des Fellner-Imperiums “Österreich/oe24”, am Donnerstag, 01. Oktober 2020 / Fotos: XR

Die Blockade stand bis 10:00 Uhr morgens. / Foto: XR

Staus wegen Demo – Blockade wurde aufgelöst

Die Blockade der Klimaaktivisten sollte am Freitag dann aufgelöst werden. Die Protestierenden gaben via Twitter bekannt, dass eine entsprechende Durchsage seitens der Polizei erfolgt sei. Polizeisprecher Markus Dittrich bestätigte der APA, dass die Räumung kurz vor 10.00 Uhr gestartet wurde.

Zu den Gründen sagte Dittrich, dass der Verkehr und die Bewegungsfreiheit der Bürger doch unzumutbar beeinträchtigt worden seien. Es habe eine zweimalige Durchsage gegeben. Einige Aktivisten verließen die Blockade laut Dittrich freiwillig, etwa zehn bis 15 Manifestanten mussten allerdings mit Zwang weggebracht werden, diese hatten sich Stahlrohre gekettet. Das verlief zunächst zumindest “ruhig und gesittet”, wie Dittrich sagte.

(apa/jz)

Titelbild: APA Picturedesk

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