Das Gmunden Drama

ÖBAG privatisiert berühmtes Schloss Orth

Die ÖVP Gmunden und die Bundesimmobiliengesellschaft ÖBAG wollen das berühmte Schloss Orth privatisieren. Aus dem Schloss im Besitz der Republik soll ein privat geführtes Hotel werden. Das teilte „Gumnden News“ ZackZack mit. Der Investor werde geheim gehalten. Zudem sollte am letzten Donnerstag die Privatisierung eines teilweise im Naturschutzgebiet liegender Park in ein Freibad umgewidmet werden. ZackZack recherchiert.

 

Wien/Gmunden, 03. Oktober 2020 | Wie die Gmundener Nachrichten-Seite „Gmunden News“ berichtet, hat am Donnerstag der Gmundener Gemeinderat über eine Änderung des „Flächenwidmungsplanes“ beraten. Aus einer geschützten Grünfläche soll ein privates Freibad werden. Im Zusammenhang wird ein Hotelprojekt geplant. Das Schlosshotel Orth gibt es bisher nur in der gleichnamigen Fernsehserie – nun soll es Wirklichkeit werden.

Eine real gewordene Telenovela

So richtig bekannt wurde das “Schloss Orth” durch die TV-Serie “Schlosshotel Orth”, die zwischen 1994 und 2004 für den ZDF und den ORF produziert wurde. Außenkulisse ist das (real nicht als Hotel genutzte) Seeschloss Ort im oberösterreichischen Gmunden am Traunsee. Die ÖVP und die ÖBAG wollen aus dem Fernsehschlosshotel nun ein richtiges Hotel machen. Kritiker befürchten, dass darunter ein Naturschutzgebiet leiden könnte.

Was passiert mit dem Naturschutzgebiet?

7.145 Quadratmeter öffentlicher Grund, welcher zum Teil aus einem Naturschutzgebiet besteht, soll laut „Gmunden News“ für das Hotelprojekt zu einem privaten Freibad umgewidmet werden. Bis jetzt dient die Fläche als Erholungsgebiet.

Durch die Bebauung des Seeufsers sind viele Fische des Traunsees stark gefährdet. Promenanden, Straßen, Badeplätze, Stege und zahlreiche Uferbefestigungen beeinträchtigen das Ökosystem des Seeufers. Laut einer Landschaftserhebung der Gemeinde Gmunden sind dadurch nur noch wenige naturnahe Uferzonen vorhanden. Die Betonierung und Bebauung des Seeufers sei in Gmunden jedoch keine Seltenheit, berichtetet eine Gmundenerin gegenüber ZackZack:

“Naturschutzgebiete haben in Gmunden von Bedeutung verloren. Damals war ich sehr gern mit meinen Eltern beim Schloss Orth, es war eine schöne Gegend etwas außerhalb von Gmunden. Jedoch werden immer mehr Juwelen zubetoniert.”

Laut der Gmundenerin könne man die Bebauung des Seeufers überall beobachten. Durch die Fernsehserie “Schlosshotel Orth” wurde das Schloss berühmt und zieht nun viele Touristen an – dennoch gäbe es keine adäquaten Hotelplätze in Gmunden, wodurch das Seeufer zugebaut wird. Dadurch wird alls Naturnahe verbaut.

Antrag der Grünen von ÖVP abgelehnt

Wie der Gemeinderatsvorsitzende der Grünen in Gmunden gegenüber ZackZack betont, sei das Hotelprojekt akzeptabel, wenn das Umland nicht beschädigt werde. Die Grünen haben einen Antrag an den Bürgermeister Stefan Krapf eingereicht um den im Denkmalschutz gehaltenen Park zu retten. Dennoch hat die ÖVP gegen die Stimmen der Grünen das Verfahren in Gmunden durchgebracht und somit das Drama ins Rollen gebracht.

Wer ist der mysteriöse Investor?

Wer wohl in das Projekt investiert hat, konnte nicht rausgefunden werden. Die Identität des künftige Hotelbetreibers wird ebenfalls nicht bekannt gegeben.

Wie “Addendum” mittels einer Karte veröffentlichte, sind 43 Prozent des Traunsteiner Seeufers in Privathand. 39 Prozent sind noch Naturschutzgebiet, nur 18 Prozent sind öffentlich zugänglich.

Quelle: addendum.at (“Welche Seen noch zugänglich sind”)

Noch ist nicht klar, wann genau das Projekt durchgesetzt wird. Glücklich sind viele Gmundener mit den bisher bekannten Plänen nicht.

(jz)

Titelbild: APA Picturedesk

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