Kickl kommentiert

Die nützlichen Opfer von Moria

Zum Teil vegetieren seit sie Jahren in Moria dahin, die Geflüchteten und Asylwerbenden. Und sind damit Projektionsfläche und Mittel zum Zweck für zu Viele.

 

Wien, 03. Oktober 2020 | Die Aktivistin Doro Blancke hat in der ZIB Nacht über die menschenunwürdigen Zustände in dem neuen Lager berichtet und ebenso, dass die Hilfsgüter offenbar nicht ankommen. Von den Millionen Euro, die Griechenland von EU und Mitgliedsstaaten erhalten hat, scheint auch kaum etwas einzutreffen.

Fast könnte man den Eindruck gewinnen, es ist gewollt, die Zustände in Moria so zu erhalten, wie sie sind. Können sie doch seitens der Politik gut genutzt werden.

Der Spielball für die Rechten

Auf der rechten Seite malt man den Nachrückteufel an die Wand, weshalb eine Rettung der Menschen dort nicht nur unmöglich, sondern gewissermaßen grob fahrlässig wäre, weil sich dann nur noch mehr auf den Weg machten. Deshalb schicke man eben Hilfsgüter und Geld, weil Unmensch ist man ja schließlich nicht, aber nachgerückt darf eben auch nicht werden.

Dass die Hilfe vor Ort nicht ankommt, kann durchaus als praktisch angesehen werden, unterstützt es doch die Ansicht, dass sich viele am Elend bereichern. Damit lässt sich selbst die Einstellung von weiteren Zahlungen gut argumentieren, denn schließlich ist es ja österreichisches bzw. europäisches Steuergeld, das hier verpulvert wird.

Das Werkzeug für die Linken

Auf der linken Seite macht sich die grüne Abgeordnete zum Nationalrat Ewa Ernst-Dziedzic auf, um ein paar Fotos vor Ort mit den dort Vegetierenden zu schießen, obwohl die Partei doch Teil der österreichischen Bundesregierung ist.

Martha Bissmann hat, womöglich dem Wiener Wahlkampf geschuldet, auf Twitter „Ich bin bereit, ein Kind aus #Moria aufzunehmen und die volle Verantwortung zu übernehmen!“ verkündet, um 12 Tage später erstaunt festzustellen, dass dies „aus rechtlichen Gründen nicht erlaubt“ ist.

Die tatsächliche Aufnahme von Kindern, Jugendlichen oder gar ganzen Familien in Österreich kann aus Sicht des Politmarketings niemals so gut verwertet werden, wie das Belassen der Zustände. Egal, von welcher Seite man es betrachtet.

Das Bauernopfer

Nicht nur der gewiefte Schachspieler weiß, dass man Bauern nonchalant für den höheren Zweck opfern darf. Der Erhalt der Zustände in Moria kann durchaus als Mittel für den politischen Zweck betrachtet werden, können doch nur deshalb die Einen konsequente Stärke und die Anderen demonstratives Mitgefühl zeigen.

Anders lässt es sich wohl nicht erklären, dass tausende Menschen seit Jahren in unwürdigen Zuständen vegetieren müssen und weder zeitnahe Asylverfahren noch eine ordentliche Unterbringung möglich sind.

Daniela Kickl

Der Kommentar gibt nicht die Meinung der Redaktion, sondern ausschließlich der Autorin wieder.

Mehr von der Autorin auf: https://danielakickl.com/

Titelbild: APA Picturedesk

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