Lockdown Light

ORF-Journalist verrät Startdatum

Die Kommunikation der Regierung bezüglich eines zweiten Lockdowns ist undurchschaubar. Zwar beteuert der Gesundheitsminister Rudolf Anschober, er könne sich einen erneuten Lockdown nicht vorstellen. Der ORF-Journalist Hans Bürger berief sich allerdings am Samstag auf Regierungskreise, die ein gänzlich anderes Bild malten.

 

Wien, 12. Oktober 2020| „Die Regierung bastelt seit Wochen und Tagen an verschiedenen Konzepten und was man hört kristallisieren sich zwei Konzepte heraus, das eine, dass ein weicher Lockdown, also nicht dieser ganz harte Lockdown, den wir gewohnt sind, am 2. November starten könnte oder eben am 16. November für 2 oder 3 Wochen.“ Die Aussagen von “Zeit im Bild”-Ressortleiter für Innenpolitik, Hans Bürger, sorgten am Samstagabend für Erstaunen bei den Zusehern. Ein zweiter Lockdown sei bereits eingeplant, Startdatum inklusive.. Zu einem “weichen” Lockdown gehörten etwa die Vorverlegung der Sperrstunde sowie auch weitere Einschränkung für private Treffen, so Bürger. Besonders die ÖVP würde mit Blick auf den Wintertourismus auf einen Lockdown beharren. Gesundheitsminister Rudolf Anschober übte sich am Freitag noch in Geheimniskrämerei, bundesweite Maßnahmen würden bereits “in der Schublade liegen”, die Schublade werde jedoch für die Öffentlichkeit noch nicht geöffnet.

Anschober versucht zu beruhigen

Am Sonntag war Gesundheitsminister Anschober auf Beruhigung aus. Dass es aufgrund der Coronakrise in diesem Herbst zu einem zweiten Lockdown kommen könnte, sei für ihn kaum denkbar. “Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen”, sagte er am Sonntag in der ORF-Sendung “Hohes Haus”. Die gesetzlichen Vorgaben dafür seien mittlerweile sehr restriktiv. Nur vor einem flächendeckenden Zusammenbruch des Gesundheitssystems wäre dies möglich. “Davon sind wir Gott sei Dank meilenweit entfernt”, sagte er.

WHO warnt vor Lockdowns

Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hört man indes andere Töne. Dr. David Nabarro von der WHO appellierte in einem Interview mit dem „Spectator-Magazine“ an die Regierungschefs, nicht mehr auf Lockdowns als primäres Mittel gegen das Virus zu setzen.

„Ich möchte es noch einmal sagen: Wir in der Weltgesundheitsorganisation treten nicht für Lockdowns als primäres Mittel zur Kontrolle dieses Virus ein. Die einzige Zeit, in der wir glauben, dass ein Lockdown gerechtfertigt ist, besteht darin, sich Zeit zu verschaffen, um Ressourcen umzustrukturieren, neu zu gruppieren, wieder ins Gleichgewicht zu bringen und erschöpftes Krankenhauspersonal zu schützen. Aber im Großen und Ganzen würden wir das lieber nicht tun.“

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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