EU-Ampel schaltet uns auf grau

Keine Daten von Österreich

Eine überraschende Farbe wurde Österreich bei der ersten EU-Ampel zugewiesen. Aufgrund fehlender Daten steht die Alpenrepublik auf der Hauptkarte nicht auf Rot, sondern auf Grau! Auf einer Nebenkarte, für die Österreich ausreichend Daten zur Verfügung stellte, sind wir rot beziehungsweise orange.

 

Wien, 16. Oktober 2020 | Nichts ist es mit der Rotschaltung von Österreich auf der neuen EU-Corona-Ampel geworden. Weil Österreich zu wenige Daten an die EU weitergegeben hat, leuchten wir auf der EU-Ampel seit Donnerstag in grauer Farbe.

Österreich verhindert Rotschaltung

Grundlage der Hauptkarte ist die Zahl der neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen, die sogenannte 14-Tage-Inzidenz . Hinzu kommen die Quote positiver Tests, die Anzahl durchgeführter Tests pro 100.000 Einwohner und drei weitere Karten, die jeweils nur eines dieser Kriterien abbilden. Die ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten) will die Grafiken eigenen Angaben zufolge jeden Donnerstag auf Grundlage der nationalen Daten aktualisieren.

Österreich erscheint auf drei der vier Karten aktuell noch grau. Einzig auf der Grafik mit den registrierten Corona-Infektionen der vergangenen zwei Wochen je 100.000 Einwohner ist Österreich farblich markiert: Wien, Tirol und Salzburg wurden mit der höchsten Warnstufe einsortiert (rote Farbe), der Rest Österreichs mit der zweithöchsten Stufe (orangene Farbe).

EU-Ampel animiert zum Testen

Für Gebi Mair, Klubobmann der Grünen in Tirol, wird die EU-Ampel vor allem zu einem führen: die Länder werden nun versuchen, noch mehr asymptomatische und gesunde Menschen zu testen. Denn je mehr negative Tests an die EU gemeldet werden könnten, umso besser steige man aus, sagte Mair am Mittwoch auf „Puls 24“.

Auch Schweden grau

Die Hauptkarte hält aktuell den Großteil der EU auf Rot. Nur Nordeuropa scheint großflächig grün auf. Schweden, dessen Coronastrategie heftig polarisiert, steht wie Österreich auf grau. Dort stieg zuletzt zwar ebenfalls die Zahl der positiv Getesteten, die Krankenhäuser bleiben aber weitgehend leer. Aktuell werden dort 30 Patienten auf der Intensivstation behandelt. Maskenpflicht, Ausgangsbeschränkungen oder polizeiliche Strafen aufgrund von Verstoßen gegen die Seuchenprävention gab es in Schweden nie.

Auch Italien, das europaweit den ersten sogenannten „Lockdown“ ausgerufen hatte, ist aktuell nicht auf Rot gesetzt, ebenso wenig wie Griechenland.

Grüne Regionen sind Gebiete, in denen die 14-Tage-Inzidenz unter 25 und die Rate positiver Tests unter 4 Prozent liegt. Orangefarben sind Regionen, in denen die Inzidenz unter 50, die Rate positiver Tests aber bei 4 Prozent oder darüber liegt. Ebenfalls orange sind Regionen, in denen die Inzidenz zwischen 25 und 150 Fällen liegt, die Rate positiver Tests aber unter 4 Prozent. Bei einer 14-Tage-Inzidenz ab 50 sowie einer Positivrate ab 4 Prozent werden Regionen rot markiert – oder bei einer Inzidenz höher als 150. Zudem gibt es graue Regionen mit unzureichenden Daten.

(ot/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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