AfD-Terror

Verharmlost Polizei Anschlag als Verkehrsunfall?

Mitglieder einer AfD-Gegendemonstration mussten ihren Einsatz gegen die rechtsextreme Veranstaltung schwer büßen. Ein AfD-Anhänger raste in die Menge der linken Demo und verletzte dabei drei Personen. Die Polizei spricht lediglich von einem Verkehrsunfall. 

 

Wien, 19. Oktober 2020 | Am Samstag fanden in der Kleinstadt Henstedt-Ulzburg (nahe Hamburg) zwei Demonstrationen zeit- und ortgleich statt: eine AfD-Veranstaltung zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise und eine Veranstaltung der linken Antifa gegen die AfD. Dabei kam es zu Ausschreitungen zwischen Mitgliedern der rechten und linken Szene. Im Zuge dessen raste ein Pick-Up-Fahrer mitten in die Menge der linken Bewegung und verletzt drei Demonstranten.

Eine Frau wurde so stark erfasst, dass sie durch die Prellung am Oberkörper keine Luft mehr bekam und ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Beabsichtigter Verkehrsunfall?

Augenzeugen berichten der Tageszeitung „taz“ von einem gezielten Handeln der zwei Täter, während die Polizei den Vorfall als Verkehrsunfall einstuft.

„Demonstranten der rechten und linken Szene gerieten außerhalb des Veranstaltungsgeländes aneinander. Dabei wurde im Rahmen eines Verkehrsunfalls eine Person der linken Szene schwer verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert“,

so die Meldung der zuständigen Polizeidirektion Bad Segeberg. Linke Organisationen gehen von einem „Tötungsversuch“ aus:

Anschließend versammelten sich Teilnehmer der Veranstaltung am Unfallsort. Es kam zu einem Gerangel woraufhin die Polizei einen Warnschuss in die Luft abfeuerte.

Auto: beliebtes Einsatzmittel für Angriffe

Der Einsatz von Fahrzeugen als Angriffsmittel ist nicht nur unter islamistischen Terroristen verbreitet. Auch in der rechtsextremen Szene kam es immer wieder zu Fahrzeugattacken, sogenannten „vehicel attacks“. Ein Beispiel: 2017 hatte sich in Cottbus ein Vorfall ereignet, bei dem die Polizei die rassistischen Motive der Täter einfach nicht mitberücksichtigt hatte. Eine ägyptische Gast-Studentin war von einem 22-jährigen überfahren worden. Der Fahrer soll bewusst in einer 30er-Zone auf 50 beschleunigt haben. Augenzeugen hatten berichtet, wie die Mitfahrer unmittelbar nach dem Unfall rassistische Bemerkungen herausgeplärrt hatten. Die Rassismus-Ermittlungen wegen “Beleidigung” wurden mittlerweile eingestellt – aufgrund mangelnder Zeugen. Die Studentin starb drei Tage nach dem Unfall.

Der Täter des Vorfalls vom Samstag wurde nach erster Befragung der Polizei mittlerweile entlassen – vorerst. Nun wird gegen ihn wegen „gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr“ ermittelt. Im Laufe des heutigen Tages soll es zu einer Stellungnahme der Polizei mit weiteren Informationen zum Vorfall kommen. Ob weiterhin die Rede von einem „Verkehrsunfall“ sein wird, bleibt bis dahin offen.

(nb)

Titelbild: APA Picturedesk

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