Coronavirus in Europa

Unter 70 Jahren: Von 1.400 Kranken stirbt nur einer

Eine neue Riesenstudie der Stanford University kombiniert Untersuchungen aus 13 europäischen Ländern. Die Ergebnisse: Wer unter 70 Jahren ist, stirbt kaum am Coronavirus. Bei älteren Menschen steigt die Gefährlichkeit sprunghaft an.

 

Wien, 19. Oktober 2020 | Insgesamt 61 große Coronastudien aus der ganzen Welt untersuchte ein Team um den Epidemiologen John Ioannidis von der kalifornischen Stanford University. Je nach örtlichen Gegebenheiten variiert die Tödlichkeit des Coronavirus stark. Besonders gefährlich ist es für Menschen über 70. In Europa liegt die Sterblichkeitsrate bei den unter 70-Jährigen durchschnittlich bei 0,07 Prozent. Patienten mit Vorerkrankungen sind da schon eingerechnet. In Europa stirbt also einer von rund 1.400 Erkrankten unter 70 am Virus.  Die Sterblichkeit steigt jedoch schnell an, wenn man Ältere hinzurechnet: Dann beträgt sie insgesamt 0,44 Prozent.

John Ioannidis von der Standford Universität gehört zu den weltweit führenden Epidemiologen. Für seine Studie zur Coronasterblichkeit zog sein Team Ergebnisse von 61 Untersuchungen aus der ganzen Welt heran. Bild: Screenshot Youtube

Österreich: Grippe genauso tödlich wie Corona

Österreich ist nicht unter den 13 Ländern, die Teil der Studie sind. Hier liegt die Corona-Sterblichkeit bei rund 0,25 Prozent. Das sagt Franz Allerberger, Leiter der Abteilung für öffentliche Gesundheit bei der staatlichen Gesundheitsagentur AGES. Die Coronasterblichkeit in Österreich entspricht also der Grippesterblichkeit, die laut Allerberger abhängig von jährlichen Schwankungen ebenfalls um 0,25 Prozent liegt.

Tatsächlich starben laut AGES in der Grippesaison 2019/20 in Österreich mehr Menschen an der Grippe (834) als an Corona (673).

Coronavirus vor allem gefährlich für alte Menschen

Einige wichtige Unterschiede zwischen der Grippe und Corona gibt es aber. Während die Grippe besonders tödlich für Säuglinge und Kleinkinder ist, sind die Jüngsten vom Coronavirus kaum betroffen. Eine echte Gefahr stellt das Virus also vor allem für alte Menschen dar. Das Gesundheitsministerium hat daher „Empfehlungen zu COVID-19 Schutzmaßnahmen“ im Umgang mit Pflegebedürftigen Menschen ausgegeben. Dennoch bilden sich in Altersheimen immer wieder Corona-Cluster – zuletzt etwa im niederösterreichischen Maria Enzersdorf.

Wie gravierend die teilweise beobachteten Spätfolgen einer Coronaerkrankung sind, könne man laut Franz Allerberger noch nicht sagen.

(tw)

Link zur Studie

Titelbild: APA Picturedesk

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