Musiklegende verklagt Trump

Song zur Kundgebung missbraucht

Eine britische Musiklegende will US-Präsident Donald Trump verbieten, einen weltbekannten Hit im Wahlkampf einzusetzen. Schon letzten Freitag hat Trump den Song für seine Kundgebung eingesetzt – und bekommt es jetzt mit Anwälten zu tun.

Wien/Los Angeles, 27. Oktober 2020 | Bereits im Juni und nun erneut am vergangenen Freitag hätten Phil Collins’ Anwälte Trumps Wahlkampfteam eine entsprechende Unterlassungserklärung übermittelt. Dies teilte das Management des ehemaligen Genesis-Frontmanns am Montag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Sie hätten von Trumps Vertretern bisher keine Antwort erhalten.

“Unbefugt und unangemessen”

Laut Mitteilung von Collins’ Sprecherteam habe Trump keinerlei Erlaubnis gehabt, den Song “In The Air Tonight” kürzlich bei einem Wahlkampfauftritt im US-Staat Iowa einzusetzen. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie sei es zudem “höchst unsensibel”, dieses Lied zu verwenden.

Trump hält seine Kundgebungen häufig vor Versammlungen ab, bei denen die meisten Menschen keine Masken zum Schutz vor einer Virusansteckung tragen. Das US-amerikanische Online-Magazin “TMZ” veröffentlichte am Sonntag den Brief der Anwälte von Phil Collins an den Präsidenten. Sie schrieben unter anderem:

“Wir haben jetzt erfahren, dass die Trump-Kampagne die missbräuchliche Verwendung von “In the Air Tonight” fortgesetzt hat. Zuletzt nutzte die Trump-Kampagne diese Arbeit während einer Kundgebung in Iowa am 14. Oktober 2020. Diese Verwendung war nicht nur völlig unbefugt, sondern, wie verschiedene Presseartikel kommentiert haben, besonders unangemessen, da sie offenbar als satirischer Hinweis auf Covid gedacht war. 19. Dieser Hinweis wurde zu einer Zeit gemacht, als Iowa an einer Beschleunigung der Covid-19-Infektion litt. Herr Collins duldet die offensichtliche Trivialisierung von Covid-19 nicht. Darüber hinaus hat Herr Collins ernsthafte Bedenken, dass die Art und Weise, wie die Trump-Kampagne „In the Air Tonight“ verwendet hat, den Ruf und die Popularität von Herrn Collins in der Öffentlichkeit geschädigt hat und schädigen wird.”

Die Anwälte haben von Trumps Vertretern laut “TMZ” bisher keine Antwort erhalten.

Auch andere Legenden klagten Trump bereits

Phil Collins ist einer von vielen Künstlern, die sich dagegen wehren, dass Trump zu seinem politischen Vorteil ihre Musik benutzt. Immer wieder beschweren sich Musiker, dass Trump ihre Songs unbefugt für Wahlkampfauftritte verwendet.

So hatten etwa die Rolling Stones, Elton John, Ozzy Osbourne, Adele, Rihanna, R.E.M., Prince, Pharrell Williams, Guns N’ Roses und die Familie des 2017 gestorbenen Sängers Tom Petty den US-Präsidenten dafür kritisiert. Der kanadische Rockstar Neil Young reichte im August eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung ein.

(apa/jz)

Titelbild: APA Picturedesk

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