Ho schließt Lokale ab Montag

Vorabinfo aus Politik?

Ein Posting der Dots Group von Kurz-Spezi Martin Ho sorgte am Donnerstag für Verwunderung im Netz. Hat der Gastronom Vorabinfos über einen Lockdown bekommen? Nein, meint er selbst.

Wien, 30. Oktober 2020 | Nach der gestrigen Pressekonferenz, die die nächste Pressekonferenz, aber keine Maßnahmen ankündigte, kursieren derzeit verschiedenste Varianten eines „Lockdown Light“. Eine vollständige Gastronomieschließung ab Montag steht etwa im Raum. Fix ist aber nichts.

Instagram-Bild verwundert Netz

Am Donnerstagabend postete die Restaurantgruppe “Dots” von Martin Ho auf Instagram ein Bild, das in den sozialen Netzwerken für Trubel sorgte. Die Lokale des bekannten Kurz-Freundes sollen demnach ab Montag ihre Pforten schließen. Die Restaurants werden auf Lieferservice umgestellt. Wer einen Tisch im Lokal auf der Homepage reservieren wollte, konnte erst wieder für Dezember eine Reservierung abgeben. Am Freitag wurde dies dann geändert, der frühestmögliche Termin ist nun der 15.11.

Keine Vorabinfo, Posting wieder gelöscht

Schnell wurde die Verbindung von Kurz und Ho thematisiert. Bekam der Gastronom Vorabinfos über einen Lockdown-Start? Nein, meint ein Sprecher der „Dots Gruppe“ gegenüber ZackZack. Dieser setze die „Maßnahmen aus eigenen Stücken zum Schutz der Mitarbeiter und Gästen“. Die Schließung stehe in keinem Zusammenhang mit potentiellen Maßnahmen, sondern „vorrangig im Zusammenhang mit der Entwicklung der Infektionszahlen.“

Man werde die Lokale auch geschlossen halten, sollten am Montag keine neuen Maßnahmen in Kraft treten. Auf die Reservierungssperre sagt der Sprecher: “Die Reservierungssysteme werden gerade an die veränderte Situation angepasst. Derzeit kann es zu geringfügigen Fehlern in der Umstellung kommen.”

Trotzdem verschwand das Posting des Restaurants noch am selben Abend von den sozialen Medien. Man informiere vor Postings auf Facebook und Instagram „prinzipiell reale Medien zuerst“. Ein interner Fehler der “Dots Gruppe” habe dazu geführt, dass das Posting vorzeitig veröffentlicht wurde, sagt man gegenüber ZackZack.

“Expertengruppe”

In der Coronapandemie hatte Ho mehrmals für erhöhte Aufmerksamkeit gesorgt, so auch mit seinem “Kurier”-Interview. Damals hatte er, angesprochen auf potentielle Maßnahmen für die Nachtgastronomie, behauptet: die „Expertengruppe“ könnte sich vorstellen, Clubs unter der Voraussetzung aufzusperren, dass die Gäste die mittlerweile gescheiterte Corona-App benutzen würden. Sebastian Kurz hält sich aber bisweilen bedeckt, wenn es um eine mögliche Expertengruppe rund um Martin Ho als “Kurz-Gastro-Berater” geht. Großartig Auskunft erhält man auch via parlamentarische Anfragen nicht vom Kanzler. Der hatte Ho aber, wie ZackZack weiß, zu diesem Thema ins Kanzleramt geladen.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

Folge einem manuell hinzugefügten Link
Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben

Geburtstagsgeld für NÖ, aber nicht für Wien

Während das schwarze Niederösterreich für sein 100-jähriges Jubiläum neun Millionen Euro vom Bund erhält, gehen die beiden roten Bundesländer Burgenland und Wien bisher leer aus.

Chats: Silberstein wird zur ÖVP-Affäre

Im Auftrag von Sebastian Kurz: Wie FMA-Chef Eduard Müller als BMF-Sektionschef persönliche Daten über SPÖ-Wahlkampfberater Silberstein sammelte.

Regierung trifft ORF: Edtstadler tanzt den Roli

Eng umschlungen tanzten Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler und ORF-General Roland Weißmann bei der "Starnacht in der Wachau". Es wäre romantisch, ginge es nicht um die Unabhängigkeit des ORF.