Der Anschlag

Mindestens vier Zivilisten kamen beim gestrigen Terroranschlag in Wien ums Leben, 17 Passanten wurden verletzt, etliche davon schwer. ZackZack trägt die Fakten der schwarzen Nacht zusammen.

 

Update 14:56 Uhr (APA): Nach dem islamistischen Terroranschlag in der Wiener Innenstadt gab es am Dienstag vorerst keine Hinweise auf einen zweiten Täter. Das sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Nachmittag.

Hinweis: Der Bericht wird laufend aktualisiert und ergänzt. Wir verzichten derzeit darauf, den Namen des Täters zu nennen, oder Bilder von den Verletzten und Getöteten zu zeigen. Unsere Gedanken gelten den Opfern und ihren Angehörigen.

Wien, 03. November 2020 | In Wien ereignete sich gestern über mehrere Stunden ein Terroranschlag, dessen Hintergründe noch nicht vollständig aufgeklärt sind. Die Polizei spricht aber davon, dass dem Anschlag ein islamistisches Motiv zugrundeliegen dürfte. Dabei kamen nach aktuellem Stand mindestens vier Zivilisten und ein Täter ums Leben. Letzterer wurde von der Polizei getötet. (Mittlerweile) 22 Passanten wurden teils schwer verletzt, darunter auch ein Polizist. Sieben Personen sollen sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden.

Anschlagsziel noch unklar

Die Tat ereignete sich an mehreren Orten der Inneren Stadt, nachdem um ca. 20 Uhr in der Seitenstettengasse, unweit einer Synagoge, das Feuer eröffnet worden war. Ob die Synagoge Anschlagsziel war, kann derzeit weder bestätigt noch dementiert werden. Zum Zeitpunkt der Tat war der Stadttempel laut Oskar Deutsch, dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), geschlossen. Die Polizei riegelte jüdische Einrichtungen in der Stadt in der Nacht ab. Gemeindemitglieder werden dazu aufgerufen, nicht das Haus zu verlassen. Die Räumlichkeiten der IKG bleiben vorerst geschlossen.

Am heutigen Dienstag gilt in Wien keine Schulfplicht. Wenn es den Eltern möglich ist, können die Kinder daheim bleiben.

Mutmaßlicher Attentäter vorzeitig aus Haft entlassen

Laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) handle es sich beim mutmaßlichen Täter um einen Sympathisanten des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS). Dieser sei Medienberichten zufolge nach seiner gescheiterten Ausreise im April von Wien nach Syrien zu 22 Monaten Haft verurteilt worden. Begründung: Mitgliedschaft bei einer terroristischen Vereinigung. Doch offenbar sei der Mann laut Nehammer im Dezember frühzeitig bedingt entlassen worden, da der Mann als junger Erwachsener unter die Bedingungen des Jugendgerichtsgesetzes falle.

Wie der Sprecher des Innenministeriums, Harald Sörös, auf APA-Anfrage mitteilte, gehen die Behörden von maximal vier Tätern aus. Die Ermittlungen laufen “auf Hochtouren”, hieß es.

“Angriff auf das friedliche Miteinander”

Im Umfeld des Täters habe es dem Innenministerium zufolge mehrere Hausdurchsuchungen gegeben. Mehrere Personen seien dabei festgenommen worden. Die Polizei informiert seit gestern Abend auf Twitter umfassend und in mehreren Sprachen über neue Erkenntnisse. Man solle nach wie vor die Innere Stadt meiden und falls möglich das Haus nicht verlassen. Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren aber. Nur die U-Bahn-Station Schwedenlatz wird wegen der noch andauernden polizeilichen Ermittlungen nicht angefahren, die Straßenbahnlinie 2 fährt auf geänderter Route. Die Landespolizeidirektion Wien bittet darum, kursierende Videos nicht in den sozialen Netzwerken zu verbreiten, sondern der Polizei zu übermitteln (dies können Sie hier tun).

Quer durch alle politischen Lager und religiösen Gemeinschaften gab es Anteilnahme, die Tat wurde einhellig verurteilt. Getroffen wurde “das friedliche Zusammenleben in Wien”, wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im Ö1-Morgenjournal sagte. Das Funktionieren der Stadt sei laut Ludwig gewährleistet.

Gedenkminute um 12 Uhr

Derweil haben sich auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Ansprachen an die Bevölkerung gewandt. Um 12:00 Uhr gibt es eine landesweite Gedenkminute für die Opfer des Anschlags.

ZackZack berichtet laufend über neue Erkenntnisse.

(wb/red/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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