Orban setzt auf Putin-Impfung

Ungarn schert wieder einmal aus: So gab der ungarische Außenminister letzte Woche bekannt, dass man schon im Dezember mit dem Import des russischen Corona-Impfstoffes beginnen wolle. Die EU-Kommission ist davon nicht begeistert.

 

Wien, 09. November 2020 | Ungarn setzt im Rennen um die Corona-Impfung auf den russischen Impfstoff. So erklärte Orbans Außenminister Peter Szijjarto letzte Woche in einem Facebook-Video, dass man schon im Dezember kleine Mengen der Putin-Impfung importieren werde. „Große Mengen“ sollen dann ab der zweiten Jänner-Woche kommen. Eine ZackZack-Anfrage, ob bereits tatsächlich ein Vertrag ausverhandelt ist, blieb bisher unbeantwortet.

Orbans „Ende des Tunnels“

Orban meldete sich indes mit Kurz-Wording im ungarischen Radio zu Wort. Er sehe „das Ende des Tunnels“, es gebe immer mehr gute Nachrichten zu Impfstoffen. Während Ungarn im Frühjahr restriktiv auf das Virus reagierte, zögert Viktor Orban aktuell mit harten Maßnahmen. Laut offiziellen Daten liegen in Ungarn derzeit rund 430 Personen auf der Intensivstation.

EU gegen Russland-Impfung

Der ungarische Vorstoß wird von Brüssel kritisch beäugt. “Jeder Impfstoff, der in der EU zur Vefügung gestellt wird, muss sowohl die Qualitätsstandards erfüllen, als auch die geltenden Zulassungsverfahren durchlaufen haben“, hieß es Anfang November vonseiten Eric Mamer, Sprecher der EU-Kommission. Die EU sicherte sich seinerseits 300 Millionen Impfdosen von der Gen-Firma AstraZeneca. Dieser beruht auf genetisch veränderten Schimpansen-Adenoviren, auf die Antigene von SARS-CoV-2 (Spike- bzw. S-Protein) „aufgepfropft“ sind.

Bisher wurde der „Sputnik V“-Impfstoff nicht von der EU zertifiziert. Die Produktion begann laut russischen Angaben am 15. August. Nach der Registrierung wird er nun an 40.000 Freiwilligen getestet. Mittlerweile soll Russland bereits die Produktion eines zweiten Impfstoffes gestartet haben. Im neuen Jahr kommen dann vielleicht einige Ungarn als Testpersonen hinzu.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

Folge einem manuell hinzugefügten Link
Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben

Der türkise Gegenschlag – Pilz am Sonntag

Am 30. August entscheidet das Gericht, dass ÖVP-Mann Mahrer nicht mehr behaupten darf, Ex-FPÖ-Politiker Jenewein habe gegen Geld geheime Infos aus dem BVT bekommen. Am selben Tag beantragt eine Staatsanwältin aus genau diesem Grund die Hausdurchsuchung bei Jenewein. Sie ist unzuständig und lässt eine Durchsuchung am falschen Ort bewilligen. Dahinter steht die AG FAMA des Bundeskriminalamts. Ihr Chef ist Teil des türkisen Putztrupps in Nehammers Innenministerium.

Die Ho-kain Affäre

Die Pratersauna von Martin Ho: Ein Drogen-Hotspot? Hatte Strache Recht, als er den Freund des Kanzlers auf Ibiza als „größten Drogendealer“ Wiens bezeichnete? ZackZack hat Beweise für organisierten Drogenhandel im Wiener Club.

Zadic: Blümel nicht interessant, Kurz schon

Der Kurz-Paragraf wurde auch im Fall Blümel geprüft. Da folgte das Justizministerium noch der Rechtsansicht der WKStA. Doch nun sagt Zadic: Nur Kurz ist von öffentlichem Interesse.