Kurz-Freund Netanjahu will den Russenimpfstoff

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Montag den russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Der Grund: „Sputnik V“, der russische Impfstoff. Auch ein zweiter Kurz-Freund will unbedingt die russische Vakzine.

 

Wien 17. November 2020 | Der rechtsnationale israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verkündete am Montag bei einer Pressekonferenz, dass er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Möglichkeit des Kaufes von „Sputnik V“ gesprochen hätte. Netanjahu soll bei der Telefonkonferenz mit Putin auch über die Produktion von “Sputnik V”-Impfdosen in Israel selbst gesprochen haben.

Israel will alle Impfstoffe

Es wäre bereits der dritte Corona-Impfstoff, den sich Israel sichern würde, nachdem vor Monaten bereits ein Deal mit US-Konzernen für die Varianten von Moderna und Pfizer ausgehandelt worden war.

Netanjahu sagte dazu am Montag: „Mein Ziel sind so viele Impfstoffe von so vielen verschiedenen Quellen wie möglich, für so viele Einwohner wie möglich und so schnell wie möglich“.

„Sputnik V“ soll laut Russland eine Wirksamkeit von 92 Prozent haben. Das verkündete man, kurz nachdem der US-Konkurrenzimpfstoff von Pfizer eine Wirksamkeit der eigenen Vakzine von 90 Prozent verkündet hatte. Erst am Montag gaben die Entwickler de US-Impfstoffs Moderna eine Wirksamkeit von mehr als 94 Prozent bekannt.

Die Impfstoffhersteller versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen. Screenshot: Twitter.

Das Gamaleya Institut, dass den russischen Impfstoff entwickelt, gab indes bekannt, dass die Impfung bereits in Kürze „für eine größeren Teil der Bevölkerung verfügbar“ sein werde.

Kurz orientiert sich bei Corona an Netanjahu

Israel ist eines der Länder, an denen sich Bundeskanzler Sebastian Kurz während der Coronapandemie am stärksten orientiert. So wurde der Kanzler erst durch ein Telefonat mit Netanjahu über die Pandemie im März “wachgerüttelt”. Auch Monate später koordiniert sich der Kanzler bei der Maßnahmensetzung eng mit dem israelische Ministerpräsidenten.

Israel hatte Mitte September als erstes Land einen zweiten Corona-Lockdown beschlossen, nachdem die Infektionszahlen in dem Land massiv in die Höhe gegangen waren und am 23. September mit 11.316 Neuinfektionen einen Rekord erreichten. Mittlerweile haben sie sich wieder im mittleren dreistelligen Bereich eingependelt. Die Regierung hatte für die Eindämmung der Corona-Pandemie das Sammeln von Handy- und Kreditkartendaten veranlasst. Per Notstandsverordnung hatte Netanjahu Mitte März die Überwachung der Bürger in die Hände des Inlandsgeheimdiestes Shin Bet gelegt.

Auch Orban will Sputnik V

Nicht nur Kurz’ israelisches Pendant bemüht sich um den russischen Impfstoff, auch die ungarische Regierung um Rechtsnationalist Viktor Orban will Putins Vakzine. Ungarn hat deshalb eine Verordnung zur beschleunigten Zulassung von Impfstoffen gegen das Coronavirus erlassen, die nicht aus der EU stammen. Nach den Worten des ungarischen Außenministers Peter Szijjarto steht das mitteleuropäische EU-Land in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Russland, um dessen Corona-Impfstoff “Sputnik V” zu erwerben.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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