Kurz im Ö3-Wecker

Kanzler sieht keine Fehler bei sich

Rechtzeitig zum Lockdown-Start war Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Ö3-Wecker, um sich den Fragen der Zuhörer zu stellen. Fehler bei der Regierung sieht der Kanzler trotz Corona-Spitzenwerten nicht. Einen Corona-Tausender habe er außerdem nie versprochen.

 

Wien, 17. November 2020 | Dienstagmorgen war Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im “Ö3-Wecker” zu Gast. Dort musste sich Kurz den Fragen der Zuhörer stellen. Der Lockdown und die traurige Führung bei der Corona-7-Tages-Inzidenz waren Anlass genug für das Interview.

Keine Fehler

Besondere Brisanz hatte die Frage eines Facebook-Users: „Bei den Neuinfektionen pro Tag ist Österreich weltweit an der Spitze. Bedeutet das nicht, dass sie und die Regierung viel falsch gemacht haben?“

Die überraschende Antwort des Kanzlers:

„Es wäre schön, wenn es so einfach wäre.“

Ein Schuldeingeständnis war dem Kanzler also nicht zu entlocken. Stattdessen erklärte Kurz die explodierenden Zahlen so: „Es ist, was es ist, eine Pandemie.“

Corona-Tausender “nie versprochen”

Auch der nie ausgezahlte Corona-Tausender war ein Thema, mit dem sich der Kanzler auseinandersetzen musste. Im Frühjahr hatte die Regierung Gefallen am Vorschlag des ÖGB gefunden, den „Heldinnen des Alltags“ eine Prämie auszubezahlen. Auch Urlaubsgutscheine waren von der Regierung ins Spiel gebracht worden. Eine Krankenpflegerin fragte in Ö3 deshalb den Kanzler:

„Im Krankenbereich wurde eine Prämie versprochen, bis jetzt haben wir noch nicht davon gesehen. Würde dies uns nicht zustehen?“

Der Kanzler wischte die Verantwortung schnell von seinem Tisch:

„Ich kann Ihnen sagen, ich habe nie eine Prämie versprochen“.

Doch gleich im nächsten Satz stellte Kurz doch eine Prämie in Aussicht. Die Regierung würde bereits über derartige Instrumente beraten. Das Frühjahr grüßt.

Schulen als Streitthema

Auch die restlichen Fragen an den Kanzler waren äußerst kritisch, etwa wieso er entgegen der Meinung vieler Experten die Schulen geschloßen habe. Kurz’ saloppe Antwort: “Kinder sind nicht infektiös? Das stimmt nicht!”

Ein Vater fragte betreffend Schulschließungen, wie man Home-Office und Home-Schooling unter einen Hut bekommen solle. Eine wirkliche Antwort lieferte der Kanzler aber nicht. Die Schulen seien zwar auf Fernunterricht eingestellt, aber trotzdem geöffnet: “Generell würde ich alle ersuchen – Lehrer, Schüler, Eltern – diese zwei Wochen bestmöglich durchzustehen und nicht allen Stoff reinzupressen, den man sonst in dieser Zeit vermitteln würde.”

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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