Bürgermeister für alle

Ludwig will mit NEOS neue Ära prägen

SPÖ und NEOS starten mit großer Mehrheit ihr rot-pinkes Projekt. In seiner Antrittsrede wird Bürgermeister Michael Ludwig emotional – und gibt doch ganz den Staatsmann.

 

Wien, 24. November 2020 | Michael Ludwig (SPÖ) wurde am heutigen Dienstag mit 60 Stimmen zum Bürgermeister Wiens wiedergewählt. Dabei hat seine neue rot-pinke Koalition aus SPÖ und NEOS „nur“ eine 54 Stimmen starke Mehrheit. Im Rahmen der Angelobung bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen, aber auch im neuen Wiener Gemeinderat zeigte sich der neue alte Bürgermeister wortgewaltig.

„Liebe ist stärker als Hass“

In einer berührenden Antrittsrede ging Ludwig auch auf den Terroranschlag von Wien ein:

„Das friedliche Miteinander und der große Zusammenhalt in Wien sind durch den tragischen Terrorangriff am 2. November stark erschüttert worden. Der brutale Anschlag hat uns sehr schockiert und deutlich gemacht, wie verwundbar wir sein können. Er hat tiefe Wunden geschlagen. Unser ganzes Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen. Wir werden alles tun, um den Wienerinnen und Wiener das Sicherheitsgefühl zurückzugeben. Aber eines werden wir ganz sicher nicht tun: Dem Terror nachgeben. Wien ist und bleibt eine Stadt, in der die Menschen zusammenhalten und friedlich miteinander leben! Denn Liebe, Mitgefühl und Solidarität werden immer stärker sein als Hass und Gewalt.“

Generell sei es Zeit, sich wieder auf mehr „Miteinander zu besinnen“, und zwar mit den Sozialpartnern, Städten und Gemeinden, aber auch der Zivilgesellschaft. Er wolle ein Bürgermeister für “alle Wienerinnen und Wiener” sein.

Klima, Bildung, Wirtschaft & Soziales

Die Themen, die Ludwig mit seinem Vize Christoph Wiederkehr (NEOS) angehen will, sind klar: neben Schlagern wie Wirtschaft & Soziales will man den Grünen beim Thema Klima das Wasser abgraben:

„Wir drehen an den großen Schrauben und machen Wien zur Klimamusterstadt! Zu den wichtigsten Klimaschutz-Maßnahmen zählen der Ausbau erneuerbarer Energien, die Wärme- und Verkehrswende, neue und erneuerte Parks- und Grünflächen, Abfallvermeidung und Baumpflanzungen sowie Begrünungs- und Kühlungsmaßnahmen in der Stadt. Weiters werden die CO2 Emissionen des Verkehrssektors bis 2030 um mehr als 50 % reduziert und der Ausstieg aus fossilen Energieträgern für Heizung, Kühlung und Warmwasserbereitung bis 2040 forciert.“

Spannend wird auch das Zugpferd Bildung. Das System der Ganztagsschulen soll ausgebaut werden, generell soll es eine Erweiterung von öffentlichen Bildungseinrichtungen geben. „Die Bildungscampus-Neubauprogramme werden weitergeführt. Damit werden bis 2035 in Summe 23 Bildungscampusstandorte in Betrieb sein. Auch das Schulsanierungsprogramm mit 40 Substanz- und Generalsanierungen von Pflichtschulen geht weiter“, so Ludwig in einer emotionalen und staatsmännischen Rede.

Corona-Heldinnen im Blick

Beim Thema Corona will der Bürgermeister vor allem die wichtigen Stützen in den Blick nehmen. Zusätzlich zu Konjunkturimpulsen im Rahmen eines 600-Mio.-Investitionspakets will man die Heldinnen und Helden des Corona-Alltags unterstützen. Ludwig forderte deshalb „umso nachdrücklicher von der Bundesregierung, den Corona-Tausender und eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes“ umzusetzen.

Mit den Pinken will Ludwig eine neue Ära prägen. Dazu gehöre vor allem, das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen: „Der große Philosoph Sir Karl Popper hat einmal gesagt: ‚Der Wert eines Dialogs hängt vor allem von der Vielfalt der konkurrierenden Meinungen ab.‘ Darauf kommt es an: Aufeinander zuzugehen und Ideen aufzugreifen, auch wenn sie von Andersdenkenden stammen.

(red)

Titelbild: APA Picturedesk

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